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Das richtige Licht zum Härten von Zahnfüllungen

Im Laufe der Jahre haben durchgreifende Veränderungen in der zahnmedizinischen Praxis zu beträchtlichen Verbesserungen der angewandten Techniken vom Zahnprothesen-Design bis zu den Zahnbehandlungsverfahren geführt. Ein weiterer wichtiger Fortschritt wurde kürzlich auf dem Gebiet der Polymerfüllungen und ihrer Aushärtung erzielt.
Das richtige Licht zum Härten von Zahnfüllungen
Zahnfüllungen wurden früher aus Metallen auf Silberbasis hergestellt. Mit dem Erscheinen neuer Verbundwerkstoffe wurden sie jedoch durch ästhetisch ansprechendere Füllungen verdrängt. Als besonders erfolgreich erwiesen sich lichtgehärtete Polymerfüllungen, die aus einem Verbundwerkstoff aus Kunststoff und Siliziumdioxid (Glas) bestehen. Das zum Härten verwendete Licht wurde gemeinhin mit Quarz-Halogenlampen erzeugt. Diese Lichtquellen ermöglichten zwar das Aushärten des Polymers, waren aber alles andere als kostengünstig.

Eine Neuentwicklung auf der Basis einer Leuchtdiode (Light Emitting Diode, LED) erreicht, wie sich gezeigt hat, einen wesentlich höheren Wirkungsgrad. Darüber hinaus lässt sie sich auch wesentlich kompakter herstellen und kommt ohne Zuleitungen aus, so dass sie weitaus vielseitiger einsetzbar und leicht zu handhaben ist.

Standardausführungen von Quarz-Halogenlampen wirken hauptsächlich in Verbindung mit Infrarot- oder Ultraviolettfiltern, denn das von ihnen erzeugte Licht eignet sich noch nicht zum Härten von Polymersubstraten. Durch die Verwendung von Filtern wird nur Licht mit einer bestimmten Wellenlänge erzeugt, unter dessen Einwirkung das Polymer aushärtet. Nachteilig ist nur, dass der Wirkungsgrad aufgrund dieser Filter nicht gerade hoch ist: Bei einer Leistungsaufnahme von 75 Watt werden gerade einmal 0,5 Watt an blauem Licht erzeugt.

Die LED-Lichtquelle kommt dagegen ganz ohne Filter aus, denn das von ihr erzeugte Licht hat exakt die benötigte Wellenlänge und kann somit direkt zum Aushärten des Polymers verwendet werden. Die Leistungsaufnahme liegt unter einem Watt, und das Gerät kann ohne Zuleitung betrieben werden, was seine Handhabung in der zahnärztlichen Praxis sehr erleichtert.

Die Entwickler sind derzeit auf der Suche nach Unterstützung bei der Vermarktung und Finanzierung dieses Produkts, das nicht nur die Praktiken in der Zahnbehandlung verbessern, sondern auch unter wirtschaftlichen Aspekten attraktiv sein dürfte.

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Datensatznummer: 80510 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin