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Diagenetische Modelle für aquatische Sedimente

Ein aquatisches Umfeld unterliegt ständigen Veränderungen. Da die Sedimentationsverhältnisse in Ästuaren - Flussmündungen, die durch den freien Zutritt von Ebbe und Flut vom Gezeitenstrom trichterartig erweitert wurden - und im Meer hochgradig dynamisch sind, lassen sich die gegenwärtig zu ihrer Erforschung angewandten Methoden nicht einfach auf neue Bedingungen übertragen, es sei denn, es wird zusätzliche Programmierarbeit in die Entwicklung neuer Software investiert. Angesichts dieser Problematik entwickelte eine niederländische Organisation eine Modellentwicklungsumgebung, die dem Anwender einzigartige Möglichkeiten zur Konstruktion einer Vielzahl von diagenetischen Modellen für die Untersuchung der Sedimentprofile von Ästuar- und Küstensystemen bietet.
Diagenetische Modelle für aquatische Sedimente
Die Elemente Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor, Schwefel, Eisen und Mangan sind wichtige Bestandteile eines Ästuar- oder Meeressedimentsystems. Ihre Diagenese, also die Umbildung lockerer Sedimente in feste Gesteine durch chemische und physikalische Einwirkungen, ist ein zunehmend dynamischer Prozess, der von vielen Faktoren abhängt und mit den gegenwärtig angewandten Methoden schwierig zu erforschen ist. Der Hauptgrund liegt darin, dass für ihre Beschreibung zahlreiche Modelle notwendig sind, damit alle physikalischen und chemischen Faktoren berücksichtigt werden, die mit diesen Veränderungen in Zusammenhang stehen und wesentliche Auswirkungen auf den Zustand des Sediments haben.

Um dieses Problem zu lösen, erarbeitete ein Forschungszentrum in den Niederlanden eine Modellentwicklungsumgebung zur Untersuchung solcher diagenetischen Modelle für Sedimente sowohl im Meer als auch in Ästuaren. In dieser Umgebung können ihre Anwender ohne jede Änderung am Softwarecode Modelle nach ihren eigenen Bedürfnissen erstellen und verändern. Dieses innovative System zur Modellentwicklung bietet enorme Erweiterungsmöglichkeiten und lässt sich ohne erneutes Kompilieren auch auf neue Spezies und Reaktionen ausdehnen.

Das System liefert außerdem in extrem kurzer Zeit zahlreiche numerische Lösungen und Verfahren für viele weitere Reaktionsparameter. Beim Strukturieren der Ergebnisse zeichnet es sich zudem durch hohe Flexibilität und Modularität aus, was eine einfache Nutzung durch den Anwender gewährleistet.

Voraussetzung für ein nachhaltiges Management eines jeden Meeres- oder Ästuar-Ökosystems ist die gründliche Erforschung seiner biogeochemischen Abläufe. Hierfür bietet dieses neue System Möglichkeiten sowohl zur statischen als auch zur dynamischen Simulation. Die Modellentwicklungsumgebung steht für eine Anwendung oder Weiterentwicklung zur Verfügung.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 80530 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Umwelt