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Telematik-Verfahren zur Verwaltung von Patientendaten

Zur optimalen medizinischen Betreuung müssen Ärzte stets über exzellent geführte Patientenunterlagen verfügen. Doch dies wird immer schwieriger, denn die Patienten wenden sich heutzutage an unterschiedliche Laboratorien zur Durchführung von Laboruntersuchungen oder holen ergänzende Diagnosen von weiteren Spezialisten ein. Deshalb entwickelte ein italienisches Unternehmen ein elektronisches Patientenakten-Verwaltungssystem, das die Ärtzeschaft dabei unterstützen soll, die immense Flut an Patienteninformationen in den Griff zu bekommen. Vor allem aber soll es ihnen bei der Bewältigung ihrer eigentlichen täglichen Arbeit helfen - der möglichst wirksamen medizinischen Betreuung ihrer Patienten.
Telematik-Verfahren zur Verwaltung von Patientendaten
Ärzte erhalten Patientendaten aus den unterschiedlichsten Quellen, und alle diese Daten müssen zu aktuellen Patientenakten aufbereitet werden, damit eine effiziente und korrekte Behandlung gewährleistet ist. Da diese Aufgabe neben dem täglichen Praxisbetrieb nur schwer zu bewältigen ist, wurde im Rahmen des WOMAN-Projekts ein Web-orientiertes Desktop-System entwickelt, das sowohl Ärzten als auch Patienten von Nutzen sein soll, indem es den Gesundheitsfürsorge neue Möglichkeiten zur Anwendung von Telematik-Verfahren erschließt.

Das elektronische Patientendaten-Verwaltungssystem, das ursprünglich in Europa zur Betreuung von Menopause-Patientinnen eingesetzt wurde, besteht aus verschiedenen Modulen: Bei der Anwendung zur elektronischen Patientendatenverwaltung handelt es sich um eine Intranet-Technologie, die Patientenaktivitäten erfasst und registriert und Informationen unter Verwendung eines strukturierten Protokolls sammelt, das die Kommunikation mit anderen Laboratorien oder Abteilungen vereinfacht. Ein weiteres Modul ist das Statistik-Tool, das lokale Daten oder anonyme statistische Angaben liefert, die in Datenbanken verwaltet werden. Daneben gibt es ein Extranet-Tool, das in der Lage ist, Patienteninformationen zu extrahieren und an andere Ärzte zu übermitteln, wobei die Sicherheit der Daten durch die Verwendung der Seitenbeschreibungssprache XML (Extensible Markup Language) gewährleistet wird. Das Telekonsultations-Tool schließlich ermöglicht Videokonferenzen zwischen Gesundheitszentren und Ärzten zur eingehenden Beurteilung bestimmter Patienten.

Besonders hervorzuheben ist, dass diese Telematik-Innovation in einer neuen Architektur realisiert wurde, die verteilte Datenbanken verwaltet und durch Verwendung von XML zugleich für die nötige Datensicherheit sorgt. Dieses Web-basierte System nutzt JAVA und repräsentiert auf diesem Gebiet den neuesten Stand der Technik. Welcher Erfolg die Entwicklung dieses Systems war, hat bereits seine Übernahme durch die EMAS (European Menopause und Andropause Society) als Standardsystem zur elektronischen Verwaltung von Patientenakten gezeigt. Es wurde außerdem von 40 Ärzten und 50 Frauen in der medizinischen Menopause-Betreuung getestet und wird aufgrund seiner Flexibilität und Adaptionsfähigkeit auch schon von anderen medizinischen Einrichtungen - darunter einer neurophysiopathologischen Klinik - eingesetzt.

Dieses elektronische Patientenakten-Verwaltungssystem ist eine Innovation, die sowohl Ärzten als auch Patienten handfeste Vorteile bringt.

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