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Flexibler chemischer Reaktor

Die heutige verfahrenstechnische Industrie stellt immer höhere Anforderungen an ihre Prozesse und wendet, um diesen Anforderungen gerecht zu werden, die Technologie der Prozessintensivierung an. Der innovative FlexReactor ist ein solches in den Prozess integriertes System. Er besteht aus mehreren Subsystemen, die umkonfigurierbar sind und so ein hohes Maß an Flexibilität je nach Anwendung bieten. Auf diese Weise ermöglicht dieser chemische Reaktor ein breites Durchsatzspektrum für Prozesse, die auf Laborebene, in Pilotanlagen oder auch im industriellen Maßstab ablaufen und einen höheren Anlagenwirkungsgrad gewährleisten, ohne dass dafür andere Nachteile in Kauf genommen zu werden brauchen.
Flexibler chemischer Reaktor
Der neu entwickelte FlexReactor ist das Ergebnis einer fünfjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Dabei handelt es sich um ein kompaktes, aber sehr effizientes Gerät, das im laufenden Prozess betrieben werden kann und spürbare Vorteile für die verfahrenstechnische Anlage bringt. Dabei gewährleistet sein Einsatz die kontinuierliche Verarbeitung des Materials mit optimalem Durchsatz bei niedrigsten Investitions- und Betriebskosten. Zugleich vereinfacht er einen schnelleren und sichereren Betrieb der Anlage und sorgt so für qualitativ hochwertige Produkte bei höherem Durchsatz.

Der FlexReactor besteht aus einer Serie von statischen Mischern in Rohren, die über demontierbare U-Stücke miteinander verbunden sind. Durch das in einem Gehäuse untergebrachte Rohrbündel kann eine Wärmeübertragungsflüssigkeit strömen. Die verschiedenen Möglichkeiten zum Verbinden der Rohre bieten universelle Möglichkeiten bei der Wahl des Strömungsverlaufs in Abhängigkeit von der gerade ablaufenden chemischen Reaktion. So ist die serielle Verbindung der Rohre bei langsameren Reaktionen von Vorteil, während die parallele Verbindung bei schnelleren Reaktionen günstiger ist. Die FlexReactor-Baugruppe ist außerdem so ausgelegt, dass durch ihre Endfittings auch andere Instrumentierungen und Geräte integriert werden können, die andere Funktionen - z.B. aus dem Bereich der Prozesssteuerung - erfüllen.

Diese patentierte Entwicklung kann für eine ganze Familie von Reaktoren ausgelegt werden, die einen weiten Durchsatzbereich abdecken und in Labor- und Pilotanlagen ebenso einsetzbar sind wie in industriellen Produktionsanlagen. Wie auch immer die Anwendung für diese Reaktoren aussehen mag - ihre Haupteigenschaften einschließlich ihrer bemerkenswerten Flexibilität im Betrieb sind allen Varianten gemeinsam.

Bis jetzt wurden sich von vier renommierten Unternehmen der Chemieindustrie in Pilotanlagen mit unterschiedlichen Reaktionen - unter anderem zum Neutralisieren, Sulfonieren und Nitrieren sowie zur Polymerisation - erprobt. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehörte der Nachweis, dass die Einbindung des FlexReactors in eine Chemieanlage recht viel verspricht, nämlich Energieeinsparungen von 50 bis 75%, eine Verringerung der Kohlenstoffemissionen um eine Million Tonnen pro Jahr, eine Verringerung der Reaktionseinrichtungen um fast 99,9% (was die Gefahr von Explosionen und anderen Betriebsunfällen von vornherein entschärft), eine Verringerung der überschüssigen Reaktanten um mehr als 50% (was den Einsatz von Lösemitteln verringert und folglich die Entwicklung schädlicher Abgase verhindert) und eine Verringerung das entstehenden Abfallstoffe (durch erhebliche Senkung der erzeugten Nebenprodukte).

Die FlexReactor-Technologie sowie zugehörige Konstruktionsunterlagen und Spezialausrüstung sind von BHRSolutions lieferbar.
Datensatznummer: 80637 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Industrielle Technologien
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