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Kundenspezifische Programme zur Nikotinentwöhnung

Die schädlichen Auswirkungen des aktiven und passiven Rauchens sind schon seit Jahrzehnten bekannt, doch das hat weltweit die Zahl der Raucher keineswegs sinken lassen -einige europäische Länder weisen sogar den höchsten Raucheranteil auf. In Forschungsarbeiten hat eine russischen Akademie jetzt versucht, personalisierte Programme zu entwickeln, mit denen Raucher dazu bewegt werden sollen, ihr gesundheitsschädliches Verhalten aufzugeben.
Kundenspezifische Programme zur Nikotinentwöhnung
Tabak wird von den Menschen schon seit Jahrtausenden angebaut und zuerst durch Kauen, später dann durch Rauchen konsumiert. Christopher Columbus stieß in Amerika vor rund 500 Jahren als erster Europäer auf den Brauch des Tabakrauchens, den die Europäer seitdem mit Passion pflegen.

Traditionelle Werte, die das Rauchen als Symbol für Männlichkeit, Rebellion, Jugendlichkeit, Beliebtheit, Religion, Kultur oder Klassenzugehörigkeit betrachten, aber auch andere gesellschaftliche Faktoren müssen noch durch die überzeugende Erkenntnis überwunden werden, dass Rauchen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit sowohl der Raucher selbst als auch ihrer Mitmenschen darstellt. Die in letzter Zeit auf den Markt gekommenen medizinischen Hilfsmittel wie Raucherkaugummis oder Anti-Raucher-Pflaster hatten nicht den erhofften Erfolg, den Rauchern ihr Laster abzugewöhnen. Inzwischen versucht die Gesetzgebung, den Zigarettenherstellern die Tabakwerbung zu erschweren, um die jüngere Generation davon abzuhalten, mit dem Rauchen zu beginnen, doch für diejenigen, die bereits dieser Sucht verfallen sind, bedarf es wirksamerer Maßnahmen.

Russische Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, bei dem für jeden einzelnen Patienten auf der Grundlage eines zuvor ausgefüllten Fragebogens ein individuelles Programm zum Aufgeben des Rauchens ausgearbeitet wird. In dem Fragebogen werden die Gründe untersucht, aus denen der Patient mit dem Rauchen begonnen hat. Außerdem wird der Patient nach dem Ausmaß seines Tabakkonsums sowie nach persönlichen Wesenszügen und anderen psychologischen Merkmalen gefragt. Moderne Hilfsmittel zur statistischen Analyse in Kombination mit psychopathologischen Verfahren wie z.B. Hamilton Score, MMP1 und das Aizenk-EPQ-Verfahren führen so zu einem neuen Konzept, um den Patienten beim Aufgeben des Rauchens zu unterstützen. Dabei werden Entwöhnungsprogramme in Abhängigkeit von der jeweiligen Psyche des Patienten individuell zusammengestellt.

Die Wissenschaftler sind derzeit auf der Suche nach Unterstützung - in Form von Finanzierungen oder von Partnerschaften - zur Fortführung ihrer Forschungsarbeit sowie nach Möglichkeiten für den Austausch von Know-how durch Schulungsmaßnahmen.

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Datensatznummer: 80644 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin