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Genauerer Blick ins Körperinnere

Die Positronenemissionstomografie, ein führendes bildgebendes Verfahren in der Medizin, liefert qualitativ hochwertige Bilder aus dem Inneren des Körpers. Spezielle Software-Tools ermöglichen jetzt eine nochmalige Steigerung der Bildqualität und verbessern so die Diagnose- und Forschungsergebnisse.
Genauerer Blick ins Körperinnere
Die Positronenemissionstomografie (PET) ist eines der führenden Verfahren zur Erzeugung von strukturellen und funktionalen anatomischen Bildern. Auf diese Weise können wir die Funktion von Organen wie Gehirn, Herz oder Leber nicht invasiv und ohne Unterbrechung ihrer Funktion beobachten.

Das PET-Verfahren basiert auf dem Prinzip, dass jede Zelle des menschlichen Körpers eine Einheit bildet, die Energie verbraucht. Dieser Energieverbrauch ist bei jeder Zelle unterschiedlich hoch und hängt von der Herkunft und Aktivität der Zelle ab. Mit Hilfe von Radiopharmaka, die Positronen emittieren, lassen sich die Wege dieser Energie verfolgen. Dazu werden zylinderförmige Detektoren eingesetzt, die den Körper des Patienten umgeben und die von verschiedenen Gewebebereichen emittierten Positronen zählen. Die Daten dieser Detektoren werden schließlich von Softwarealgorithmen analysiert und zu funktionalen Bildern des Körpers aufbereitet.

Beeinträchtigt wird dieses Verfahren allerdings durch eine Reihe von Faktoren wie z.B. die Bewegung der Organe und die Beschaffenheit des Positrons. Ein Team der Abteilung für Nuklearmedizin der Genfer Universitätsklinik beschäftigt sich in seiner Forschungsarbeit intensiv mit der Entwicklung von Techniken zur Überwindung der physikalischen Hindernisse und zur Verbesserung der Bildqualität. Dabei entwickelten die Forscher ein leistungsstarkes und robustes Segmentierungs-Software-Tool zur Kompensation der Dämpfung, bei dem Clustering-Algorithmen aus der Fuzzy-C-Technik implementiert wurden. Dieses Tool verringert in Kombination mit Informationen zur Verbesserung der Homogenität den Störanteil des Signal ganz erheblich und sorgt so für hohe Bildqualität.

Das PET-Verfahren ist für Wissenschaft und Forschung von großer Bedeutung. Da es präzise Krebsdiagnosen stellen, Alzheimer-Erkrankungen erkennen und Herz- sowie neurologische Untersuchungen durchführen - unter anderem - kann, dürfte diese führende Technologie für zahlreiche Forschungszweige, aber auch unter wirtschaftlichen Aspekten höchst attraktiv sein. Der Wettbewerb auf diesem Gebiet ist groß, und es scheint, dass Kooperationen zwischen verschiedenen Partnern zu exzellenten und verwertbaren Ergebnissen führen werden.
Datensatznummer: 80695 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin