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Umweltfreundliche und kostengünstige Tenside

Tenside, also grenzflächenaktive Substanzen, finden sich in den meisten Reinigungs- und Waschmitteln, werden aber auch in vielen Industrieanwendungen beispielsweise zur Herstellung von pharmazeutischen Produkten und Kosmetika verwendet. Die Entwicklung eines neuen katalytischen Prozesses bietet die Möglichkeit, nichtionische Tenside auf umweltfreundlichste und kostengünstigste Weise herzustellen.
Umweltfreundliche und kostengünstige Tenside
Der Markt für Tenside gliedert sich allgemein in zwei Hauptproduktgruppen, nämlich die anionischen und die nichtionischen Tenside. Im Gegensatz zu anionischen Tensiden gelten nichtionische Tenside als nicht toxisch und sind daher mit weniger Umweltrisiken verbunden. Nichtionische Tenside werden gewöhnlich aus Fettalkoholen gewonnen, für deren Synthese Fettsäure-Methylester benötigt werden.

Bei dem in diesem Projekt entwickelten Prozess werden Fettsäure-Methylestersubstanzen direkt als Rohstoff zur Herstellung von nichtionischen Tensiden verwendet. Dabei hat der so genannte Ethoxylierungsprozess einen erheblich kürzeren Lebenszyklus als die herkömmlichen Prozesse, bei denen die Estersubstanzen unmittelbar verwendet werden. Diese neue Technologie kann folglich zu einer bedeutenden Verringerung des Rohstoff- und Energieverbrauchs beitragen.

Im Vergleich zu den Alkohol-Ethoxylaten dürften diese ethoxylierten Rapsölsäure-Methylesterstoffe besser biologisch abbaubar sein und eine geringere Toxizität aufweisen. In Verbindung mit der Tatsache, dass sie während ihres kürzeren Produktionszyklus wahrscheinlich weniger Emissionen frei setzen werden, stellt diese neue Entwicklung eine umweltfreundlichere Technologie dar.

Das Verfahren der direkten Ethoxylierung von Fettsäure-Methylestern ist schon seit über 30 Jahren bekannt. Bei der neuen Technologie kommt jedoch ein patentierter Katalysator zur Anwendung, mit dem sich nichtionische Tenside auf höchst kostengünstige Weise produzieren lassen. Besonders interessant dürfte sein, dass sich diese revolutionäre Technologie auch zur Herstellung von Tensiden im industriellen Maßstab eignet und ohne zusätzliche Investitionen in bestehenden Ethoxylierungsanlagen angewendet werden kann.

Für die neuen Rapsölsäure-Methylester-Ethoxylate gibt es dieselben Anwendungsmöglichkeiten wie für die Fettalkohol-Ethoxylate. Dazu zählen Consumer-Produkte wie z.B. Seifen, Wasch-, Reinigungs- und Poliermittel, aber auch industrielle Produkte für Textilien, Faserstoffe und Schäume sowie pharmazeutische Produkte, Kosmetika und Kunststoffe.
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