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Innovative Aufbereitung schädlicher Gase

Katalysatoren können dazu beitragen, gefährliche Gase durch eine Serie von chemischen Reaktionen in harmlose Gase umzuwandeln. Eine russische Universität hat hierfür einen neuen und kostengünstigen Katalysator entwickelt, der über einen weiten Temperaturbereich exzellent funktioniert.
Innovative Aufbereitung schädlicher Gase
Als Katalysator bezeichnet man eine Substanz, die eine chemische Reaktion fördert, indem sie den Weg von den Reaktanten zu den Produkten verkürzt. Katalysatoren können homogen oder heterogen sein. Homogene Katalysatoren liegen im selben Aggregatzustand vor wie die Reaktanten (also in Form von Gas bei Reaktionen, die in der Luft ablaufen), während heterogene Katalysatoren in einem anderen Aggregatzustand als die Reaktanten - häufig in fester Form - vorliegen.

Heterogene Katalysatoren, die auch als Kontaktkatalysatoren bezeichnet werden, verfügen über eine Oberfläche, auf der die katalytische Reaktion stattfindet. Katalysatoren werden häufig in Umgebungen eingesetzt, in denen hohe Temperaturen herrschen (beispielsweise in Abgasanlagen von Verbrennungsmaschinen) und dürfen daher nicht schmelzen. Katalysatoren auf Metallbasis halten solchen hohen Temperaturen stand und können dazu beitragen, in den Abgasen enthaltene Schadstoffe in ungefährliche Verbindungen wie Wasser und Sauerstoff umzuwandeln.

Eine russische Universität, die über besondere Expertise in elektrochemischen Technologien und Analysetechniken verfügt, hat jetzt einen neuen heterogenen Metallkatalysator entwickelt. Dieser Katalysator ist erheblich billiger als seine derzeit auf dem Markt befindlichen Konkurrenten und bleibt auch bei Temperaturen bis zu 8000ºC stabil.

Eine wichtige Ergänzungsentwicklung war die Erarbeitung von zwei neuen Prozessen mit den Bezeichnungen AgPuls und Microwave SilverMix. Diese Prozesse dienen zum Aufbringen des Katalysators auf fast jedes beliebige feste Trägermaterial und gestatten so dessen Einsatz in einer Vielzahl von Anwendungen. Die neuen Prozesse sind schneller, kommen ohne Anoden aus und erzeugen Katalysatorschichten von sehr gleichmäßiger Dicke, was den Vorteil bietet, dass weniger Abfallmaterial produziert wird.

Die Universität hält den Prototypen für Demonstrationszwecke bereit und an der Schließung eines Fertigungsabkommens interessiert. Zu den möglichen Anwendungen für diese Entwicklungen gehören die Aufbereitung von Umweltschadstoffen in Auspuffanlagen von Automobilen (in Form von Abgaskatalysatoren) und in industriellen Produktionsanlagen.
Datensatznummer: 80710 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Umwelt
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