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Neuartige anatomische Hüftprothese

Gegenwärtig werden Versuche zur Entwicklung einer neuen Technik zum Austausch von Hüftgelenken unternommen, mit denen die Probleme gelöst werden sollen, die mit den heute üblichen Verfahren verbunden sind. Diese vollständig anatomische Hüftprothese wird die Funktionen der Hüfte wieder herstellen und bewirken, dass diese wieder auf natürliche Weise funktioniert.
Neuartige anatomische Hüftprothese
Bei dieser neuen Technik wird im Gegensatz zum sonst üblichen 'Hebel'-System ein Druckbefestigungssystem zum Einsatz kommen. Es kann zur Rehabilitation von Patienten verwendet werden, bei denen eine vollständige Entfernung des Hüftkopfes nicht erforderlich ist.

Bei den gängigen Hüftprothesen sorgt ein Metallhebel für die Verbindung zwischen dem künstlichen Implantat und der Hüfte. Diese Technik ist mit einer Reihe von Problemen verbunden, die nicht selten zum Versagen des Implantats und implantatbezogenen Erkrankungen führen. Der Metallhebel oder Metallstab, der zur Fixierung der Hüftprothese dient, ist oft nicht gesichert und kann zu einer Verschiebung der Hüftprothese führen. Auch das Metall selbst kann aufgrund seiner Toxizität allergische Reaktionen im Körper verursachen und Erkrankungen auslösen. Überdies können die Befestigungselemente durch Fragmentierung in den Körper gelangen und dort örtliche Schmerzen hervorrufen, und die Hüftprothese kann die Bewegungsfähigkeit des Patienten einschränken.

Diese neue anatomische Hüftprothese wurde unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Patienten und der physiologischen Struktur des Körpers entwickelt. Ebenfalls berücksichtigt wurden die technologischen Aspekte der Implantate und der verwendeten Werkstoffe. Bei der neuen Prothese kommt ein hemisphärisches Acetabulum (also die auch als "Hüftgelenkpfanne" bezeichnete napfförmige Vertiefung des Hüftbeins) zur Anwendung, die auf einem sphärischen Kopf angeordnet ist und durch ein Druckbefestigungssystem in Position gehalten wird. Da auch unsere natürlichen Hüftgelenke sphärisch geformt sind, handelt es sich somit um ein anatomisches Implantat.

Bei dem Druckbefestigungssystem werden keinerlei Metalle verwendet, so dass das Problem der Metalltoxizität erst gar nicht auftritt. Es kommt zudem ohne Komponenten aus, wie sie bei den derzeitigen Systemen verwendet werden, so dass die unvermeidliche Fragmentierung ausgeschlossen ist. Die bei Metallstabimplantaten auftretende Bewegung des Implantats im Inneren des Körpers wird durch die Anwendung des Druckbefestigungssystems vermieden.

Das neuartige Implantat stellt die natürlichen Hüftfunktionen wieder her, ohne sie jedoch zu verändern. Sie gewährleistet durch harmonisches Zusammenwirken mit der Knochenstruktur des Patienten ein hohes Maß an Mobilität, Stabilität und Balance.

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Berichtzusammenfassung

Datensatznummer: 80727 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin