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Magnete spüren Materialfehler auf

Damit Metallkonstruktionen dauerhaft und sicher genutzt werden können, müssen alle Defekte, auch wenn sie nicht sichtbar sind, möglichst schnell aufgespürt und behoben werden. Das Magnet-Defektoskop MKD-1 ist in der Lage, Defekte wie z.B. Risse und Korrosionsschäden unabhängig von ihrer Position zerstörungsfrei ausfindig zu machen.
Magnete spüren Materialfehler auf
Große Metallkonstruktionen kommen in fast allen Bereichen der Wirtschaft zur Anwendung. Kennzeichnend für diese Konstruktionen sind ihre große Haltbarkeit und Korrosionsbeständigkeit. Nicht selten werden sie über längere Zeit unter extremen Umgebungsbedingungen in Produktionsprozessen oder zu Transportzwecken eingesetzt - Pipelines und Förderplattformen sind hier nur zwei der bekanntesten Beispiele. Ihre Schwachpunkte und Materialfehler wie z.B. Korrosionsschäden und Risse sollten immer möglichst schnell geortet und repariert werden, damit ein möglicher Zusammenbruch der Konstruktion verhindert wird.

Die Magnet-Defektoskopie ist ein indirektes und zerstörungsfreies Materialprüfverfahren, das auf dem magnetischen Verhalten von Metallen bei ihrer Wechselwirkung mit Magnetfeldern beruht. Nach diesem Verfahren lassen sich Materialfehler von Metallteilen auch in solchen Fällen nachweisen, in denen diese Defekte entweder nicht zugänglich oder nicht sichtbar sind. Typische Fälle für solche Gegebenheiten sind beispielsweise die Innenwände von Pipelines oder die Unterseiten von Metallkomponenten.

Ein Team der Polytechnischen Universität Tomsk entwickelte jetzt ein Gerät, das auf dem beschriebenen Verfahren basiert. Zu den Komponenten dieses Geräts mit der Bezeichnung MKD-1 gehören ein Gelenk-Magnetdefektoskop, Polstücke, eine Auswahl von Aerosolen für Sprühsubstanzen und Referenzmuster. Alle diese Komponenten dienen zur Steuerung der Magnetfeldverteilung auf dem Metallteil. An Stellen, an denen sich Defekte befinden, treten magnetische Störeffekte auf, die zu einer unregelmäßigen Verteilung des magnetischen Feldes führen. Diese Unregelmäßgkeiten verraten nicht nur die genaue Position des Defekts, sondern auch seine Art (z.B. Korrosion oder Rissbildung). Das MKD-1 bietet den Vorteil, dass keine Elektro-, sondern Permanentmagnete verwendet werden. Damit ist das System unabhängig von einer externen Stromversorgung, leicht zu transportieren und auch unter aquatischen Bedingungen einsetzbar.

Vorbeugen ist besser als heilen, wie jeder weiß. Das MKD-1 ist ein sicheres Hilfsmittel zur Früherkennung von Defekten und damit zur Vermeidung kostspieliger Betriebsschäden und Instandsetzungsarbeiten.
Datensatznummer: 80745 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Industrielle Technologien