Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Sensoren für Mikrokorrosion

Korrosive Umgebungsbedingungen wie Luftfeuchtigkeit, pH-Werte oder verschiedene Ionenarten können eine erhebliche Abnahme der strukturellen Stabilität von Bauwerken zur Folge haben. Für Industriezweige wie z.B. die Luft- und Raumfahrttechnik, in denen diese schädlichen Einflüsse von großer Bedeutung sind, ist die Entwicklung von Miniatursensoren, die das Entstehen von Korrosion überwachen oder vorhersagen können, eine unverzichtbare Notwendigkeit.
Sensoren für Mikrokorrosion
Metalle können sowohl auf mikroskopischer als auch makroskopischer Ebene korrodieren. Flugzeuge sind besonders anfällig für korrosive Substanzen in der Atmosphäre und erfordern wegen ihrer hohen Leistungsstandards Sensoren zur Überwachung von Korrosionserscheinungen auf beiden Ebenen. Gegenwärtig verursacht Korrosion jedes Jahr Kosten in Milliardenhöhe. Daher fällt der Sensortechnologie eine gewichtige Rolle zu, wenn es darum geht, diese Kosten zu senken und zugleich eine bessere Überwachung korrosionsempfindlicher Strukturen zu ermöglichen. Sensoren können beispielsweise Mikrokorrosion erfassen, die sich unter der Beschichtung von Oberflächen entwickelt und mit bloßem Auge nicht erkennbar ist.

Die Firma BAE Systems hat eine Serie von Sensoren zur Erfassung korrosiver Einflüsse entwickelt, die durch Feuchtigkeit, Azidität, Ionen und Massenverlust verursacht werden. Diese Sensoren basieren auf der Halbleiter- und MEMS-Technologie (Micro-Electromechanical Systems). Eine besondere Eigenschaft von ihnen ist, dass sie an unterschiedliche Oberflächen und Strukturen anpassbar sind. Damit können sie optimal zur Überwachung der zerstörerischen Einflüsse eingesetzt werden, denen die Struktur bzw. Oberfläche am stärksten ausgesetzt ist.

Sein Hauptaugenmerk richtet das Unternehmen auf die Entwicklung von Sensoren, die nicht nur Korrosionserscheinungen, sondern auch andere umweltbedingte Zersetzungsmechanismen quantitativ erfassen können, die Werkstoffe angreifen. Dabei werden möglicherweise auch Modelle zur Vorhersage solcher Effekte entwickelt. Die Entwicklungsarbeit wurde deshalb so weitläufig angelegt, weil Korrosion in den unterschiedlichsten Formen entstehen kann.

Gegenwärtig befindet sich die Sensortechnologie des Unternehmens noch in der Entwicklungsphase, doch mit den bereits hergestellten Korrosionssensoren und Prädiktionsmodellen ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Es ist noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten, und BAE Systems sucht derzeit nach Unterstützung für die weitere Forschung und Entwicklung.
Datensatznummer: 80752 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Industrielle Technologien
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben