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Visuelle Überwachung unter schwierigen Bedingungen

Bei der hier vorgeschlagenen Technologie handelt es sich um ein hoch spezialisiertes System aus optischen Geräten und Fernsehgeräten zur visuellen Überwachung kommerzieller Anlagen und Baugruppen. Das Besondere: Mit dieser Spezialapparatur lassen sich Strukturen und Bauelemente auch bei Vorhandensein von Radioaktivität, extremen Temperaturen und/oder aggressiven Medien aus allernächster Nähe beobachten.
Visuelle Überwachung unter schwierigen Bedingungen
Diese Integration von optischen Geräten und Fernsehgeräten zu einer Überwachungsapparatur mit der Typenbezeichnung VCD-2M basiert auf dem Prinzip eines Endoskops mit harter Linse und zeichnet sich durch einzigartige Fähigkeiten aus. Die Apparatur nimmt Bilder auf, stellt sie auf Fernsehmonitoren dar und zeichnet die Bildinformationen auf. Auf diese Weise ermöglicht sie die eingehende Beobachtung von Testgeräten und die Speicherung der Bilder zur späteren Verwendung.

Doch diese komplexe Struktur ist mehr als nur ein einfaches visuelles Überwachungssystem. Sie besitzt eine Reihe außergewöhnlicher Eigenschaften, durch die sie sich hervorragend für Anwendungsfälle eignet, in denen der Zugang zur Prüfumgebung Schwierigkeiten bereitet. So ist sie beispielsweise aufgrund ihrer Strahlungsfestigkeit und Wasserdichtigkeit problemlos auch unter Bedingungen einsetzbar, in denen harte Strahlung herrscht, und zwar gleichermaßen in Luft wie auch unter Wasser.

Daneben zeichnet sie sich durch eine außergewöhnliche Temperaturstabilität aus und kann deshalb auch im Hoch- und Niedertemperaturbereich eingesetzt werden. Die Apparatur ist hermetisch dicht und daher nicht nur unter Wasser verwendbar, sondern auch in aggressiven Medien wie z.B. korrosiven Substanzen oder chemischen Wirkstoffen. Die Apparatur wurde bereits zur vorbeugenden Kontrolle während eines ernsthaften Störfalls in einer Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstoffe eingesetzt.

Anwendungsmöglichkeiten für diese hoch spezialisierte Technologie finden sich auch in vielen Bereichen der visuellen Kontrolle von Kernreaktoren und insbesondere RBMK-Reaktoren. (Die Abkürzung RBMK steht für Reaktor Bolschoj Moschnostij Kanalnij, was so viel wie "Reaktor großer Leistung mit Kanälen" bedeutet und einen Reaktor vom "Tschernobyl"-Typ bezeichnet.) Letztere sind wassergekühlte und graphitmoderierte Druckwasserreaktoren mit einzelnen Brennelementkanälen. Für solche Reaktoren könnte dieses optische System für die sorgfältige Überwachung der internen Instrumente, der Prozesskanal-Oberflächen, der genauen Graphitstruktur und der Metallkonstruktion Anwendung finden.

Darüber hinaus könnte das Überwachungssystem für Untersuchungen zum Zustand von Brennelementgruppen und/oder für die Überwachung technischer Maßnahmen bei Reparaturen an Reaktoren aller Art eingesetzt werden. Der Hersteller bietet auch Supportdienstleistungen wie z.B. die Qualitätssicherung und Schulungsmaßnahmen in den Betriebsstätten des Anwenders an. Gesucht sind Kooperationsabkommen für eine gemeinschaftliche Nutzung und weitere Verbesserungen des Systems.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 80756 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Industrielle Technologien