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Biogas aus landwirtschaftlichen Abfällen

Erneuerbare Energiequellen sind zwar vorhanden, aber häufig deutlich teurer als die traditionellen, nicht erneuerbaren Energiequellen. Ein dänischen Labor hat jetzt einen neuen und besonders kostengünstigen Prozess entwickelt, mit dem aus landwirtschaftlichen Abfällen Biogas gewonnen werden kann.
Biogas aus landwirtschaftlichen Abfällen
Traditionelle Energiequellen wie z.B. Kohle wirken sich höchst negativ sowohl auf die menschliche Gesundheit als auch das Weltklima aus. Zwar wurden bereits etliche weniger schädliche Energiequellen gefunden, doch die Nutzung dieser Alternativen ist oft wesentlich teurer als die herkömmlichen Energieträger. Daher wurden sie bislang nur eingeschränkt und oft in abgelegenen Regionen genutzt, wo selbst Energie aus herkömmlichen Quellen teuer ist.

Ein der erneuerbaren Energiequellen ist Biogas. Es entsteht, wenn Bakterien biologische Substanzen unter Ausschluss von Sauerstoff zersetzen (anaerobes Aufschließen). Die Hauptquelle für solche biologische Substanzen ist Mist. Der Mist wird durch eine Serie von komplexen Vorgängen in Ethanol und andere Arten von Biogas umgewandelt, das anschließend verbrannt und zur Stromerzeugung verwendet werden kann.

Ein dänisches Labor hat sich jetzt einen neuen Prozess patentieren lassen, mit dem Abfälle aus der Landwirtschaft zu Biogas umgewandelt werden können. Der Prozess wurde so optimiert, dass er gleich in mehrfacher Hinsicht einen hohen Wirkungsgrad erzielt. Zunächst wird damit eine exzellente Kohlenstoff-Umwandlungsrate erreicht. Diese Umwandlung in Methan und Ethanol gewährleistet, dass nur sehr geringe Mengen des Eingangsmaterials verloren gehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Verbrauch des im Prozess verwendeten Wassers durch Recycling gering gehalten wird. Eine Vorbehandlung der landwirtschaftlichen Abfälle durch eine Nassoxidation macht eine Entgiftung überflüssig und sorgt dafür, dass der ganze Prozess umweltfreundlich abläuft.

Mit dem neuen Verfahren werden zudem beträchtliche Kosteneinsparungen erreicht, denn durch die Verwendung von Mist als Rohstoff fallen für Wasser und biologisches Ausgangsmaterial nur relativ geringe Kosten an. Die im Prozess verwendeten Enzyme werden vor Ort produziert, was zu einer weiteren Senkung der mit der neuen Technik verbundenen Gesamtkosten führt.

Der Prozess, zu dem mehrere Patente angemeldet wurden, wurde bereits erfolgreich in einer Laborumgebung demonstriert. Das dänische Labor hat einen Geschäftsplan entwickelt und sucht gegenwärtig nach Partnern und Finanzierungsmöglichkeiten für die Neugründung eines Unternehmens. Das Ziel der Entwickler ist es, Biogas zu einer wettbewerbsfähigen alternativen Energiequelle zu machen, und das sowohl in finanzieller als auch ökologischer Hinsicht.
Datensatznummer: 80851 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Energie
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