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Strahlungsüberwachung aus großen Höhen

Seit den tragischen Folgen der Atombombenabwürfe von Nagasaki und Hiroshima ist die Besorgnis über die Gefahr, ionisierender Strahlung ausgesetzt zu sein, dramatisch gestiegen. Ein russisches Forschungsinstitut hat jetzt vier verschiedene Verfahren für eine höchst zuverlässige und präzise Strahlungsüberwachung entwickelt. Sie stützen sich auf Luft- und Raumfahrzeuge, der Spektrum von Ballonen über Hubschrauber bis hin zu Satelliten reicht, und könnten sich als höchst wirksame Hilfsmittel zum Aufspüren von Strahlungsgefahren in der Umwelt erweisen.
Strahlungsüberwachung aus großen Höhen
Die Folgen von Strahlung hängen von zahlreichen Faktoren ab, so z.B. von der Menge der erhaltenen Strahlung und der Einwirkungsdauer. Sehr hohe Strahlungsdosen können Zellen absterben lassen, das Gewebe schädigen und so zu Krebserkrankungen führen, grauen Star verursachen und sogar das zentrale Nervensystem schädigen. Gleichwohl besteht Einigkeit darüber, dass jede Einwirkung von Strahlung - gleich welcher Intensität - mit gewissen Risiken verbunden ist, insbesondere bei langer Einwirkungszeit.

Da sich die Frage, welche Strahlungsintensität als 'ungefährlich' anzusehen ist, nicht eindeutig beantworten lässt, kommt es bei Maßnahmen zum Schutz der breiten Bevölkerungsgruppen vor Strahlung entscheidend auf eine möglichst genaue Strahlungsüberwachung an. Solche Verfahren basieren auf dem physikalischen Prinzip der Absorption unterschiedlicher Energieformen, die abgestrahlt oder in Form von Strahlen, Wellen oder Partikeln übertragen werden. Auf einer ähnlichen Basis wurden die neuen Verfahren entwickelt, bei denen registriert wird, wie stark die Strahlung durch atomaren Wasserstoff (Monowasserstoff) oder Hydroxyl (OH) absorbiert wird.

Eigentlich wurden gleich vier mögliche Verfahren entwickelt, darunter ein passives zur Umwelt-Strahlungsüberwachung und ein aktives (mit einem Absorbens arbeitendes) Verfahren zur Registrierung von freigesetzten radioaktiven Stoffen. Zu den beiden anderen gehören ein Verfahren zur Maskierung nuklearer Energie sowie ein Verfahren zur Abschätzung der Verteilung von Ablagerungen von Uran und uranhaltigen Mineralien. Alle Verfahren zeichnen sich durch eine hohe Empfindlichkeit der Strahlungsüberwachung aus und liefern zuverlässige und exakte Ergebnisse.

Die Verfahren können unter Verwendung von Luft- und Raumfahrzeugen implementiert werden, deren Spektrum von Ballonen über Hubschrauber und Flugzeuge bis hin zu Satelliten reicht. Sie lassen sich aus einer Entfernung von mindestens 25 km bis zum beobachteten Gebiet sicher einsetzen. Durch kontinuierliche Überwachung und die rechtzeitige Warnung vor zu hohem Strahlungsintensitäten können Sie einen wertvollen Beitrag zum Schutz von Mensch und Umwelt vor gefährlichen Strahlungsdosen leisten.
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