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Filtrationssystem nutzt hydrostatischen Auftrieb

In den meisten Industrieanlagen werden schwere Maschinen eingesetzt, die immer wieder Öl in die Umwelt abgeben, sei es im Verlauf von Reinigungsarbeiten oder durch direkte Freisetzung von Betriebsstoffen. Daraus ergeben sich naturgemäß Probleme mit Industrieabwässern, die ein Risiko für eine intakte Umwelt darstellen. Ein Industriespezialist hat jetzt ein Filtrationssystem gebaut, mit dem sich aus Wasser Ölrückstände entfernen lassen - aber nicht bis auf Restkonzentrationen der Größenordnung ppm (parts per million), sondern ppb (parts per billion)!
Filtrationssystem nutzt hydrostatischen Auftrieb
Die meisten industriellen Reinigungssysteme erzielen bei Flüssigkeiten einen Reinheitsgrad bis etwa in die Größenordnung ppm (parts per million, Millionstel Anteile). Doch trotz dieser extremen Reinigungsgrade gibt es viele Fälle, in denen die gereinigten Flüssigkeiten erst nach einer nochmaligen Aufbereitung verwendet werden. Die neu entwickelte Filtrationstechnologie mit der Bezeichnung "ZerOil" ermöglicht dagegen einen um drei Größenordnungen besseren Reinheitsgrad im Bereich ppb (parts per billion, Milliardstel Anteile), wodurch sich die Notwendigkeit zur weiteren Aufbereitung vbon Flüssigkeiten beträchtlich verringert.

Kernstück des Verfahrens ist ein proprietäres Zweiphasen-Filtriermedium zur Separation der als gelöste Phase vorliegenden Inhaltsstoffe (Kohlenwasserstoffe) von der zusammenhängenden Phase (Wasser). Bei diesem Prozess werden Öltröpfchen, deren Größe 0,3 Mikron überschreitet, aus der Flüssigkeit entfernt. Durch die separierten Phasen können die Öltröpfchen infolge von Kollisionskräften "wachsen", bis sie genügend hydrostatischen Auftrieb haben, um nach oben zu steigen. Durch diesen Auftrieb gelangen sie zur Oberfläche des Separators, wo sie eine Schicht bilden, die kontinuierlich abgeschöpft werden kann.

Dieses System weist zahlreiche Vorteile auf, die konventionelle Systeme nicht unbedingt bieten. Hier sind unter anderem der vernachlässigbar geringe Energiebedarf, das Fehlen jeglicher bewegter Teile und die daraus resultierende extreme Zuverlässigkeit, die simple Bedienung und die Möglichkeit zur vollständigen Automation des gesamten Prozesses zu nennen. Ein besonderes Merkmal der Filtereinheit ist, dass sie niemals mit dem Öl, das aus der Flüssigkeit entfernt wird, in Berührung kommt und sich infolgedessen auch nicht zusetzen kann. Da dieses System praktisch keine Energie benötigt, verringern sich zudem die Betriebs- und Wartungskosten erheblich.

Mit der neuen Technologie können pro Quadratmeter Filterfläche stündlich 100m³ aufbereitet werden. Sie eignet sich zum Abscheiden von Schmutzanteilen aus Bilgenwasser, zur Meerwasseraufbereitung (und -entsalzung) und zum Entfernen der meisten Arten von Fetten (darunter auch tierische Fette und organische Chemikalien). Weitere Anwendungen für dieses wahrlich vielseitige Verfahren finden sich in Gerbereien, Brennstoffterminals, Rangierbahnhöfen, Chemieanlagen sowie in der Pharma-, Lebensmittel- und Bergbauindustrie.

Zur Zeit befinden sich schon mehrere Anlagen in Betrieb, die mit dieser Technologie arbeiten. Die Projektpartner sind gegenwärtig auf der Suche nach verschiedenen Abkommen für die praktische Nutzung ihrer Entwicklung.
Datensatznummer: 80883 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Umwelt
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