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Neue Aufgaben für altes Holz

Ob zu dekorativen oder baulichen Zwecken - Holz ist oft der bevorzugte Werkstoff. Doch dieses vielseitige und leicht zu bearbeitende Material ist zugleich eine Ressource, die nicht in beliebigen Mengen verfügbar ist. Mit einem neuen Prozess können jetzt Holzrückstände zu einem wertvollen Produkt umgewandelt werden, und das ganz ohne den Einsatz von Additiven, Konservierungsmitteln, Harzen oder Leim.
Neue Aufgaben für altes Holz
Die Verwertung von Rückständen aus der Holzverarbeitung zu Produkten wie z.B. Span- oder Faserplatten erfordert oft den intensiven Einsatz von Lacken, Konservierungsmitteln, Leim und Harzen. Nicht selten fallen bei der Weiterverarbeitung unerwünschte Nebenprodukte wie Arsen, Kreosote (teerölhaltige Holzschutzmittel) oder Chlorophenol an. Holz, das auf diese Weise behandelt wurde, erhöht zudem die Betriebs- und Entsorgungskosten, da es nicht umweltverträglich ist, sondern toxisch wirkt und bei den Trocknungsverfahren einen erheblichen Energieeinsatz erfordert.

Ein neues Aufbereitungsverfahren für derartige Holzprodukte ermöglicht jetzt die Herstellung von Endprodukten, die keine umweltschädlichen oder gar toxischen Inhaltsstoffe mehr aufweisen. Bei diesem Verfahren werden aus Holzabfällen Holzprodukte hergestellt, deren Stabilität vier Mal so hoch ist wie die von vergleichbaren Produkten, die bei der Anwendung anderer Verfahren entstehen.

Zu den verschiedenen Schritten des Verfahrens gehört ein kontinuierliches Aufbrechen der Zellstrukturen des Holzes durch einen Phasentransfersprozess des "intrazellulären Wasserdampfes". Die Holzrückstände werden zerkleinert, fraktioniert, erhitzt und angefeuchtet und anschließend durch thermochemisches Verarbeiten und Pressen zu einem Produkt, das eine Reihe von Vorteilen aufweist.

Zwei der attraktivsten Vorteile bestehen darin, dass das Produkt keine umweltschädlichen Inhaltsstoffe enthält und sich durch eine Reihe von technischen Eigenschaften auszeichnet, die mindestens so gut sind wie die von handelsüblichen Spanplattenprodukten. Einer dieser Vorteile besteht darin, dass das Produkt unter Einwirkung von Feuchtigkeit über 24 Stunden um nicht mehr als 5% aufquillt.

Des weiteren bietet dieses Verbundmaterials den Vorteil, dass der Fertigungsprozess je nach den Wünschen und Bedürfnissen der Anwender angepasst oder verändert werden kann. Die patentierte Technologie steht für Demonstrations- und Erprobungszwecke bereit, und ihre Entwickler sind an der Schließung von Fertigungsabkommen interessiert.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 80887 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Industrielle Technologien