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Gebäudemodule schaffen Verbesserungen in der Bauindustrie

Zum Bau von einzelnen Gebäudestrukturen - seien es nun Eigenheime oder massive Komplexe, die sich über große Flächen erstrecken - bedarf es umfassender Entwicklungs- und Planungsarbeiten. Angesichts der mit solchen Baumaßnahmen verbundenen hohen Kosten müssen sämtliche Projektphasen sorgfältig durchdacht sein, denn jede Änderung oder Ergänzung ist mit viel zusätzlichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden.
Gebäudemodule schaffen Verbesserungen in der Bauindustrie
Ein neu entwickeltes modulares Bausystem (MBS) ermöglicht jetzt innovative Gebäudeentwürfe und erleichtert deren zügige, flexible und kostengünstige Realisierung. Das System basiert auf standardisierten Bausteinen, die in drei Größen (klein, mittel und groß) erhältlich sind, und beinhaltet alle wichtigen Installationselemente wie Wasser, Abwasser, Heizung und Elektrizität.

Die Module können je nach ihrer Größe und der Art der Anwendung auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden werden. So kommen in erdbebengefährdeten Gebieten Schweißverbindungen zur Anwendung, während für andere Anforderungen auch Module mit Mörtel- und Muffenverbindungen lieferbar sind. Wird das Modul aus Beton hergestellt, so ist kein weiteres Isolationsmaterial erforderlich. Überdies braucht nur ein einfacher Anstrich aufgebracht zu werden, um die Außenflächen wasserbeständig zu machen.

Diese Gebäudemodule bieten ein hohes Maß an Flexibilität, die auf dem "Design to Manufacture"-Prinzip basiert, das in der Automobilindustrie schon seit langem angewandt wird. Dieses Prinzip gestattet ein hohes Maß an Kreativität beim Entwurf von Gebäudekomponenten wie z.B. Balkonen, Terrassen sowie Wohn- und Freizeitbereichen, die sowohl in offener als auch geschlossener Form geplant und gebaut werden können.

Zu den Vorteilen dieses Systems für den Anwender gehören neben einer Senkung der Baukosten auch beachtliche Verkürzungen der Bauzeiten sowie geringere Beschaffungskosten und eine Senkung des Energiebedarfs. Weil die einzelnen Elemente außerdem genormt sind, weist auch das fertige Produkt insgesamt eine höhere Qualität auf. Verbesserungen schafft das neue Konzept auch bei der Integration der in der Planungs- und Bauphase angewandten Verfahren. Ein großer Vorteil ist auch die Adaptionsfähigkeit, denn eine vorhandene Anwendung lässt sich durch entsprechende Anpassung auch für völlig andere Verwendungszwecke nutzen. So kann beispielsweise ein Bürokomplex problemlos für eine Nutzung zu Wohnzwecken umkonfiguriert werden, und ebenso einfach kann ein Schulgebäude in ein Hotel umwandeln.

Angesichts der heutigen Unkalkulierbarkeit der Baukosten dürfte diese Technologie der Bauindustrie wichtige Impulse verleihen. Die Hersteller sind derzeit auf der Suche nach Interessenten für die Schließung von Marketing-, Fertigungs- und Lizenzabkommen.
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