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Bessere Hochwasservorhersage

Plötzliche Hochwassersituationen sind von Natur aus unberechenbar: Sie dauern nur relativ kurze Zeit, können aber dann zu erheblichen Sach- und Personenschäden führen. Für ihre Vorhersage werden zahlreiche Verfahren und Hilfsmittel eingesetzt, doch davon sind nur wenige ausreichend genau, was auf die Komplexität der Erfassung von statistischen Daten zurückzuführen ist. Die effektive Messung von Hochwassersituationen ist eine vielschichtige Aufgabe. Ein neuartiges Entscheidungshilfesystem lässt hoffen, dass ihre Vorhersagbarkeit künftig besser wird.
Bessere Hochwasservorhersage
Plötzliche Hochwassersituationen treten in der Regel dann auf, wenn die Regenfälle eines großen Einzugsgebietes an einem zentralen Sammelpunkt zusammenkommen. Je nach Größe des Entwässerungsgebietes eines Flusses können das Abfließverhalten und die Platzregenmengen zu unterschiedlich schweren Hochwassersituationen führen. Die Schadenshöhe wird zudem durch die vom Menschen verursachten Veränderungen am betroffenen Gebiet beeinflusst. So kann eine im großen Umfang durchgeführte Geländeentwicklung wegen des Fehlens von natürlichen Barrieren wie Bäumen und Buschbeständen zu einem erheblichen Anstieg der Hochwasserwahrscheinlichkeit beitragen. In jedem Fall jedoch haben Hochwassersituationen fast immer ernsthafte soziale und wirtschaftliche Auswirkungen. Mithin wird ihre Vorhersage nicht nur zu einem Schlüsselelement für die Eindämmung der Schäden, sondern auch für deren Abwendung.

Da bereits zahlreiche technische Konzepte verfügbar sind, stellt die hier vorgeschlagene Technologie ein Hilfsmittel für die Implementierung einer Ontologie für die Unterstützung der Entscheidungsfindung dar. In erster Linie präsentiert das System verständliche Daten, die eine Vorhersage von Hochwassersituationen gestatten und somit als Frühwarnsystem dienen können. Das Programm ermöglicht den Zugriff auf bereits vorhandene heterogene Systeme und Module und gestattet dem Anwender somit das Sammeln kohärenter Datenbestände aus einer Vielzahl von Quellen. Daneben bietet es die Möglichkeit zur Visualisierung von Warnsituationen sowohl über Intranet als auch Internet-Terminals. Da das gesamte System auf den Standards des World Wide Web-Konsortiums aufbaut, gibt es keine Kompatibilitätsprobleme mit den gängigen Internet-Tools.

Seit Juni 2002 wird ein erfolgreich realisierter Prototyp im Einzugsbereich des Flusses Arno in Italien zur Durchführung von Zuverlässigkeits- und Genauigkeitstests betrieben. Ein zweites, noch leistungsfähigeres System befindet sich in der Entwicklung. Dafür suchen die Entwickler nach unterschiedlichen Formen der Unterstützung, etwa im Wege einer privaten/öffentlichen Partnerschaft oder eines Supports für die künftige Forschung und Entwicklung.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 80911 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Umwelt