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Humanisierte Biomaterialien

Ein französisches Unternehmen hat eine neue Art von Implantat entwickelt, das sich für den Ersatz oder die Reparatur von menschlicher Knochen- und Knorpelsubstanz eignet. Die Besiedelung von porösen Biomaterialien mit autologen Zellen verleiht den Implantaten einzigartige Eigenschaften im Hinblick auf ihre Biokompatilität, ihre Haltbarkeit und ihre Anpassungsfähigkeit an den Patienten.
Humanisierte Biomaterialien
Implantate kommen als Unterstützung oder Ersatz von schadhaftem menschlichem Gewebe wie Knochen- und Knorpelsubstanzen verbreitet zur Anwendung. Um die hierfür nötige Biokompatibilität - also die Gewebsverträglichkeit - zu erzielen, werden die unterschiedlichsten Prozesse und eine Vielzahl von Werkstoffen verwendet, mit denen die heute verfügbaren Implantate bereits ein hohes Maß an Biokompatilibät erreichen und/oder die Geweberegeneration begünstigen. Gleich besteht aber stets die Gefahr von Abstoßungsreaktionen und/oder Infektionen, und zudem müssen viele dieser Implantate nach einer Zeitspanne von 10 bis 15 Jahren ersetzt werden.

Ein Unternehmen aus Frankreich erfand jetzt ein richtungsweisendes Verfahren zur Herstellung biokompatibler Materialien, in die mit Hilfe modernster Techniken der Biotechnologie aus Monozyten stammende Zellen oder Makrophagen der Patienten (autolog) eingebaut wurden. Bei diesem Verfahren werden die für das wiederherzustellende oder zu ersetzende Gewebe relevanten autologen Zellen einer speziellen Behandlung unterzogen und anschließend zur Besiedelung poröser biokompatibler Materialien verwendet.

Die so entstehenden Implantate zeichnen sich durch drei wichtige Eigenschaften aus: Erstens gestatten sie eine bessere physiologische Wechselwirkung zwischen Prothesen und dem Wirtszellenkörper. Zweitens haben die Prothesen eine längere Lebensdauer. Drittens schließlich ermöglichen die neuen Implantate durch die von ihnen abgegebenen Wachstumsfaktoren das Wachstum und die Erneuerung der umgebenden Zellen und Gewebestrukturen wie auch die Gefäßneubildung und die Wiederherstellung der Blut-Mikrokapillar-Blutgefäßen um das implantierte Biomaterial herum. Das Endergebnis sind humanisierte biokompatible Implantate, die für jeden Patienten individuell hergestellt werden.

Mit ihren besonderen Eigenschaften im Hinblick auf ihre Biokompatilität, ihre Haltbarkeit und ihre Anpassungsfähigkeit an den Patienten eignen sie sich besonders für Anwendungen in der Orthopädie und Zahnmedizin, zur Behandlung maxillofazialer Leiden und für andere Bereiche der Chirurgie, wo sie zu deutlichen Verbesserungen der medizinischen Ergebnisse beitragen können.
Datensatznummer: 80939 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin
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