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Cargo-Zellen

Krankheiten, bei denen Läsionen auftrete, die sich über den ganzen Körper verteilen, so z.B. metastasierende Krebserkrankungen oder Krankheiten, die schwer zugängliche Bereiche - etwa solche im zentralen oder peripheren Nervensystem - infizieren, erfordern komplizierte Behandlungen. Ein französisches Unternehmen hat sich jetzt ein sehr erfolgversprechendes Verfahren für die Behandlung solcher Krankheiten patentieren lassen.
Cargo-Zellen
Es gibt viele Krankheiten, von denen schwer zugängliche menschliche Organe wie z.B. das Nervensystem infiziert werden, oder solche, die vielfältige Läsionen wie etwa Krebs-Metastasen verursachen können. Andere menschliche Funktionsstörungen haben ihre Ursache im Fehlen elementarer organischer Elemente aufgrund von Gendefekten. Die Behandlung solcher Fälle ist schwierig, da die medizinischen Maßnahmen genau in den betroffenen Bereichen angewandt werden sollten, ohne dass jedoch das umgebende Gewebe davon in Mitleidenschaft gezogen wird.

Ein französisches Unternehmen hat jetzt erstmals ein erfolgversprechendes Verfahren angewandt, das die Verabreichung therapeutischer Wirkstoffe genau in den Bereichen und nur dort gestattet, wo eine Behandlung erforderlich ist. Dabei werden zunächst monozytenderivierte Zellen (MDCs) in einer patentierten Technik so aufbereitet, dass sie als Zellen wirksam werden können, die heilende Substanzen transportieren können. Diese Zellen werden mit chemischen bzw. biologischen Molekülen oder genetischem Material bestückt und anschließend in den zu behandelnden Bereich transferiert. MDC-bestückte Zellen werden danach in den menschlichen Körper injiziert, wo sie aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften von den befallenen Bereichen angezogen werden, da diese hohe Konzentrationen von chemischen Faktoren frei setzen, die anziehend auf MDCs wirken.

Dieses Verfahren könnte eine aktive Behandlung von Körperbereichen, die beispielsweise von Tumor-Metastasen befallen sind, aber auch von allgemeinen Gelenkentzündungen wie z.B. Arthritis oder Läsionen bei multipler Sklerose ermöglichen. Daneben könnte das beschriebene Verfahren aber auch als Hilfsmittel zur Diagnose von kleinen Läsionen, frühen Entwicklungsphasen von Metastasen oder unerkannten Schädeltraumata oder -verletzungen zur Anwendung kommen.

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Datensatznummer: 80963 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin