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Wiederverwendung von Abwasser aus Galvanisierablagen

Ein Unternehmen aus Ungarn hat ein Abwasseraufbereitungssystem für Galvanisierbetriebe entwickelt, mit dem sich die Betriebskosten erheblich senken lassen.
Wiederverwendung von Abwasser aus Galvanisierablagen
Die elektrochemischen Prozesse, die in der Galvanisiertechnik zur Anwendung kommen, haben den großen Nachteil, dass das als Medium eingesetzte Wasser nach dem Beschichten der Werkstücke nachhaltig verunreinigt ist. Genauer gesagt, fällt beim Galvanisieren Industrieabwasser in Form eines Zweiphasengemischs an, aus dem die festen Schadstoffe ausgesondert werden müssen. Das hier vorgestellte Abwasseraufbereitungssystem kann entweder chargenweise, einzeln oder kontinuierlich beschickt werden und ist zudem automatisierbar.

Beim Chargenverfahren wird das Abwasser in Aufnahmebehältern gesammelt und anschließend einem Reaktor zugeführt, wo die Reagenzien hinzugegeben werden. Das so behandelte Wasser gelangt in Absetzbecken, wo die flüssige und die feste Phase voneinander getrennt werden. Bereits hier entsteht eine Feststoffphase mit einem Konzentrationsgrad von 20-30 Prozent, der durch weitere Entwässerung in den Schlammbecken auf rund 90 Prozent erhöht wird. Nach Messung des pH-Wertes strömt das feststofffreie Wasser durch ein Kiesfilter, ein Aktivkohlefilter und schließlich einen Kationenaustauscher.

Beim kontinuierlichen Verfahren strömt das Abwasser von den Sammelbecken in den Reaktor, wo Sensoren den Kontaminationsgrad messen und die Hinzugabe der richtigen Mengen von Reagenzien auslösen. Danach wird das Abwasser der Absetzanlage zugeführt, wo ihm - wie beschrieben - die gelösten festen Schadstoffe entzogen werden. Eine optionale Zusatzfunktion ist die Installation einer Schlammtrocknungsmaschine, die eine weitere Anreicherung der Schlammschadstoffe gestattet.

Eine Rückführfunktion ermöglicht die weitere Senkung des anfänglichen Spülwasserbedarfs und damit der Betriebskosten. Möglich ist dies, weil das Verfahren zur Abwasseraufbereitung so effektiv arbeitet, dass praktisch alle Schadstoffe entfernt werden. Ein weiterer Aspekt, der nicht unberücksichtigt bleiben sollte, ist die Möglichkeit, dieses Brauchwasser in allen weiteren Galvanisierprozessen erneut nutzen zu können.

Schließlich ist das beschriebene System vollständig automatisierbar - lediglich die Beschickung der Reagenzien-Vorratsbehälter erfordert einen Eingriff durch den Bediener. Sollte es an irgendeinem Punkt im Prozess zu einer Störung kommen, wird dies den Bedienern vom Computersystem durch eine Fehlermeldung signalisiert. Mit seinem vollautomatischen Ablauf, der Brauchwasser-Rückspeisung und den optimalen Ergebnissen bei der Schlammseparation dürfte es dieses Abwasser-Aufbereitungssystem jedem Galvanisierbetrieb ermöglichen, in Zukunft sehr wettbewerbsfähig zu arbeiten.
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