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Neue Verstärker verbessern elektrophysiologische Überwachungstechniken

Durch Anwendung der Verstärkertechnologie können bei elektrophysiologischen Messungen die Signale von kostengünstigen Verstärkern mit stetig besser werdenden technischen Eigenschaften verstärkt werden.
Neue Verstärker verbessern elektrophysiologische Überwachungstechniken
Bei elektrophysiologischen Messungen werden Potenzialdifferenzen in Zellen gemessen. Zellen, aus denen lebendes Gewebe besteht, enthalten intrazelluläre Flüssigkeiten, die im Vergleich zu extrazellulären Flüssigkeiten andere chemische Konzentrationen aufweisen. Da die Zellmembran semipermeabel ist, baut sich über ihr eine Differenz des elektrischen Potenzials - d.h. eine Spannung - auf. Wenn eine Zelle stimuliert wird, tritt über ihrer Membran eine plötzliche Änderung der chemischen Konzentration auf, was wiederum eine Potenzialdifferenz über der Membran zur Folge hat. Diese Veränderung lässt sich messen und zu einem elektrophysiologischen Signal aufbereiten, das registriert werden kann.

Die Änderungen der elektrischen Ladungen der Gewebezellen werden mit Elektroden detektiert, die entweder in einer Zelle (intrazellulär) oder nahe der interessierenden Zelle (extrazellulär) angeordnet werden. Allerdings ist das von der Elektrode gemessene elektrische Signal extrem schwach und muss daher verstärkt werden. Dazu misst ein Verstärker den Strom bzw. die Spannung. Das verstärkte Messsignal kann anschließend aufgezeichnet und analysiert werden. Die technische Effizienz des Verstärkers ist dabei von größter Wichtigkeit, da die elektrophysiologischen Messungen exakt, stabil, störungsarm und zuverlässig sein müssen.

Jetzt wurden neue Verstärker entwickelt, mit denen sich elektrische Signale aus den Nerven lebender Tiere (in vivo) oder aus sezierten, aber noch lebenden Teilen des Nervensystems (in vitro) verstärken lassen. Diese Verstärker arbeiten ebenso effektiv wie die besten auf dem Markt erhältlichen Geräte, sind dabei jedoch deutlich kostengünstiger und weisen extrem niedrige Hintergrundstörungen auf. Die Verstärker sind auf Verstärkungen im Bereich von 1000 bis 500.000 einstellbar und in drei verschiedenen Versionen erhältlich. Dabei handelt es sich um eine Mehrkanal-Standardversion (mit 4-6 Kanälen), eine für Schulungszwecke geeignete vereinfachte Version und eine mit einer Signalaufbereitung ausgerüstete Version, die direkt mit einem Computer zur Datenaufbereitung gekoppelt werden kann.

Elektrophysiologische Signale wie z.B. Elektrokardiogramme, Elektromyogramme, Enzephalogramme und Okulogramme erfordern die Messung schwacher biologischer Potenziale. Das Hautpanwendungsfeld für diese Verstärker ist die zuverlässige, effiziente und kostengünstige Aufzeichnung der von Elektroden gelieferten Daten in der Elektrophysiologie.

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Datensatznummer: 81039 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin