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Weniger chemische Tabakbestandteile für gesünderes Rauchen

Eine neue revolutionäre Methode zur Reduzierung der giftigen Proteinverbindungen und des Rauchkondensats im Tabak bei gleichzeitiger Erhaltung von Geschmack und Aroma.
Weniger chemische Tabakbestandteile für gesünderes Rauchen
Tabakrauch ist berüchtigt für die Tausende darin enthaltenen chemischen, teilweise krebserregenden Verbindungen. Wissenschaftler behaupten, dass die verschiedenen in Zigaretten, Pfeifen und Zigarren enthaltenen Tabakarten Lungenkrebs, Emphysema und andere Erkrankungen der Atemwege verursachen können.

Ein italienisches Forschungsunternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem diese im Tabakrauch enthaltenen gefährlichen und giftigen Molekülverbindungen reduziert werden, ohne dass dabei ein Verlust an Nikotin oder auffällige Geschmacksveränderungen auftreten. Der Prozess ist in drei Schritte unterteilt: Extraktion, Ausscheidung und Wiederherstellung von Nikotin und Geschmack.

Zuerst werden mit einem Äthanolauszug die giftigen Moleküle aus dem Tabak entfernt. Diese Proteine, Peptide, Aminosäuren und Lipide sind in überkritischem Kohlendioxid (SC-CO2) nicht löslich. Ihre Zusammensetzung und ihr molekulares Gewicht fördern die Ausscheidung unerwünschter Proteinverbindungen aus extrahierten Alkaloiden, die wie Nikotin und Geschmacksstoffe in SC-CO2 löslich sind.

Die Ausscheidung geschieht mit einem Supercritical Anti-Solvent (SAS) Gerät, dem der Äthanolauszug zugeführt wird. Nach Fraktionierung erhält man einen festen Niederschlag und zwei Äthanolrückstände. Der Abbau der Proteinverbindungen führt zu einer 40%-igen Reduzierung des in Zigaretten enthaltenen Rauchkondesats. Schließlich wird der Äthanolrückstand dem extrahierten Tabakrauch über ein zweites Gerät hinzugefügt. Dadurch bleiben Geschmack und Aroma erhalten.

Das Unternehmen bittet Kooperationspartner, das Potential der Technologie umfassend zu nutzen und damit das Gesundheitsrisiko für abhängige Raucher, die dem Reiz einer Zigarette nicht widerstehen können, zu reduzieren.
Datensatznummer: 81337 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin
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