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Die Verwendung eines natürlichen Pilzes für biologische Herbizide

Eine Forschergruppe aus Andalusien hat ein neues Verfahren zur Isolation und Synthetisierung neuartiger Bioherbizide entwickelt, die in biologischen Landwirtschaftssystemen zur Kontrolle von Unkraut eingesetzt werden können.
Die Verwendung eines natürlichen Pilzes für biologische Herbizide
Biologische Landwirtschaftssysteme nutzen traditionelle und wissenschaftliche Kenntnisse. Sie basieren im Gegensatz zu synthetischen Stoffen auf ackerbaulichen, biologischen und mechanischen Verfahren und erfüllen so ihre spezifische Funktion innerhalb des Systems.

Der auf Bioherbiziden beruhende Ansatz verspricht als Alternative zum verbreiteten Einsatz von chemischen Herbiziden eine effiziente Unkrautbekämpfung in den Anbausystemen. Diese werden wie herkömmliche chemische Herbizide angewendet. Der aktive Bestandteil ist jedoch eine natürlich auftretende Mikrobe - für gewöhnlich ein Pilz. Solche Mykoherbizide sind sehr artenspezifisch, weswegen das Schadensrisiko bei Nichtzielpflanzen geringer ist. Zudem verbleibt das Bioherbizid über die Zielpflanzenart hinaus nicht in der Umwelt, wodurch die Produkte und die Umwelt weniger verschmutzt werden.

Spanische Forscher aus dem Bereich der Biochemie konzentrierten sich auf die Entdeckung von umweltbedingt und toxikologisch gutartigen Herbizidkomponenten mit neuen Wirkungsweisen. Der Pilz Botrytis Cinerea zog die Aufmerksamkeit auf sich. Unter den mykologischen Pflanzenschädlingen weist dieser Auslöser von Graufäule eine hohe Wirtsspezifik innerhalb eines großen Bereichs von befallbaren Pflanzenarten auf.

Es wurden neue Verfahrensweisen angewendet, um die natürlichen, biologisch aktiven Sekundärprodukte zu isolieren, die einem Stamm von Botrytis Cinerea entstammen, der in einer Flüssigkultur gezüchtet wurde. Dieses Verfahren erbrachte zahlreiche Bestandteile des Botcinolidskeletts sowie seiner natürliche Übereinstimmung Homobotcinolid, deren Strukturen nachfolgend auf der Grundlage spektroskopischer Daten erforscht wurden.

Diese Bestandteile können direkt oder als Vorlagen für Herbizide verwendet werden. Bei der laufenden Erforschung ihrer biologischen Aktivität müssen noch weitere Experimente zu Degradation und Phytotoxizität wie auch zu deren potenziellem agronomischen Einsatz durchgeführt werden. Die Forschergruppe bietet Partnern in der Industrie und besonders aus dem Bereich der Agrarchemie eine Lizenz für das geistige Eigentum des Verfahrens an, die den industriellen Einsatz dieser Pilzprodukte zur Unkrautbekämpfung erforschen wollen.
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