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Die Gehirndurchblutung wird genau und schonend überwacht

Ein innovatives, Kosten sparendes, tragbares und nichtinvasives Gerät bietet verlässliche und genaue Messergebnisse der Gehirndurchblutung.
Die Gehirndurchblutung wird genau und schonend überwacht
Schädeltrauma, Hydrozephalus, Tumore, Gehirnblutungen und Thrombose sind einige der vielen Gründe für einen Anstieg des Gehirndrucks über bestimmte Grenzen hinaus. Dies kann zur Behinderung oder zu einem Stillstand des zerebralen Blutflusses (ZBF) führen und eine unzureichende Durchblutung des Gehirns steht in engem Zusammenhang mit unzureichender Nährstoffzufuhr im Gehirn. Deswegen kann dies zu einer zerebralen Ischämie und irreversiblen neurologischen Schäden führen, die ein Koma, den Verlust bestimmter Fähigkeiten oder sogar den Tod verursachen können.

Die Ernsthaftigkeit dieser Krankheitsbilder erfordert eine dauerhafte Überwachung der Patienten für eine sofortige Erkennung, um schnell eingreifen zu können, bevor irreversible Schäden entstehen. Die am häufigsten zur direkten und indirekten Messung des ZBF verwendeten Methoden sind unter anderem die transkranielle Dopplersonografie, bestimmte Magnetresonanztomografien, (MRI) und Computertomografien (CT-Scan). Für gewöhnlich werden diese Verfahren komplementär zueinander angewendet und sie ziehen insofern erhebliche Nachteile nach sich, als dass sie invasiv und für die Patienten unangenehm sind sowie sehr viel Geld kosten.

Als Antwort auf diese Anforderungen wurde ein nichtinvasives Gerät für die dauerhafte Überwachung der Gehirndurchblutung entwickelt. Dessen Funktionsweise stützt sich auf die Techniken der Rheoenzephalographie. Das zugrunde liegende Konzept hinter diesen rheographischen Messungen geht darauf zurück, dass die elektrische Impedanz der Blut-Gewebe-Kombination von der Blutmenge im Gewebe abhängt. Der Gebrauch von Elektroden bei diesen Techniken kann zu ungenauen Messwerten führen, da sie Messungen des Blutflusses in der Kopfhaut des Patienten beinhalten.

Um diesen Nachteil zu umgehen, konzentrierten sich Forscher in Spanien darauf, die unerwünschten Informationen der Kopfhaut aus den Messungen auszuklammern. Die wichtigste Innovation an diesem Gerät ist, dass es trotz seinem Ansatz aus der klassischen Rheoenzephalographie das Potenzial hat, genaue und verlässliche Messungen des ZBF in Echtzeit zu liefern, ohne die Informationen aus dem Blutfluss in der Kopfhaut mit einzubeziehen.

Das Gerät ist einfach in seiner Handhabung und es sind vier Elektroden auf der Kopfhaut des Patienten erforderlich. Hierfür wird keine Fachkenntnis von etwaigem Personal benötigt und deswegen ist es für die Patienten nicht schädigend und schmerzfrei. Diese Neuerung ist Kosten sparend und tragbar, da man das Gerät auch mit Batterien betreiben kann. Somit steht es für den Gebrauch in Praxen und kleinen Gesundheitszentren zur Verfügung. Man sucht nach einem industriellen Hersteller von elektronischen medizinischen Systemen für eine Lizenz oder eine Kooperationsvereinbarung.
Datensatznummer: 82928 / Zuletzt geändert am: 2006-10-09
Bereich: Industrielle Technologien