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Eine neuartige Methode für "ethischere" Testverfahren bei Hautprodukten

Für die Durchführung von präklinischen Testversuchen zu Arzneimitteln und Chemikalien wurde eine innovative Methode erprobt, die ursprünglich auf die Chorion-Allantois-Membran des Vogeleis zurückgeht.
Eine neuartige Methode für "ethischere" Testverfahren bei Hautprodukten
Heutzutage können In-vivo-Untersuchungen an menschlicher Haut aufgrund der verbreiteten Nutzung von kostenintensiven und sensitiven Mäusen mit einer Immunschwäche verboten werden. Derartige Studien beinhalten Testverfahren zu Therapien für die Behandlung von Hautkrankheiten und zu Pharmazeutika/Kosmetika sowie Studien zur Veränderung des Haarwachstums. Von ethischen Gründen abgesehen, gibt es auch medizinische Beschränkungen, da in vielen Fällen Teilzellen der Haut und nicht des ganzen Organs für die Untersuchung nötig sind.

Um diesen Bedarf zu decken, haben israelische Forscher eine kürzlich erprobte Methode zur Entwicklung von Krebsbehandlungen ausgebaut - dabei handelt es sich um die vaskularisierte Chorion-Allantois-Membran (CAM) des Hühnereis. Die erweiterte und optimierte CAM-Methode ermöglicht das erfolgreiche Wachstum von intakter Haut von Menschen und Mäusen innerhalb von maximal elf Tagen. Da hierbei keine Nervenenden betroffen sind, ist diese Prozedur im Gegensatz zu anderen herkömmlichen Verfahren bei Mäusen und Schweinen für das Küken schmerzfrei.

Das innovative CAM-Verfahren ist äußerst konsistent, schnell, einfach und weniger kostenintensiv als andere Teststudien, bei denen Mäuse mit einer Immunschwäche verwendet werden. Außerdem wird mit dieser Methode die Notwendigkeit von Versuchstieren und freiwilligen Probanden verringert und es bedarf auffällig weniger behördliche Genehmigungen, da die genutzte menschliche Haut vom Körper "gelöst" ist. Zudem gelten Hühnerembryonen nicht als Versuchstiere, so dass keine Genehmigung erforderlich ist.

Die CAM-Methode kann in vielen wirtschaftlichen Bereichen wie der Pharmazie und Kosmetikbranche oder in anderen Gebieten, in denen Hauttests für die Produktsicherheit unerlässlich sind, eingesetzt werden. Bei einigen Beispielen ist die Entwicklung von Gentherapieverfahren zur Behandlung von Hautkrankheiten erforderlich. Produkte wie Kosmetik/Haarfärbemittel/Shampoo/Seife müssen unter anderem auf irritatives/allergisches Potenzial oder antivirale und antibakterielle Einflüsse auf die menschliche Haut überprüft werden. Für Lizenzverträge werden industrielle Partner gesucht.

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Datensatznummer: 83108 / Zuletzt geändert am: 2006-12-11
Bereich: Biologie, Medizin