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Innovative Technologie für zahnmedizinische und orthopädische Implantate

In der Orthopädie und Zahnmedizin werden weithin Knochenimplantate aus Titan oder Titanlegierungen genutzt, um irreversible Schäden an Zähnen, Knochen oder Gelenken zu behandeln. Neue Entwicklungen in diesem Bereich konzentrieren sich nun nicht nur auf die Toxizität der eingesetzten Materialien, sondern auch auf deren Bioaktivität.
Innovative Technologie für zahnmedizinische und orthopädische Implantate
Biokompatible und biologisch abbaubare Materialien, die in biomedizinischen Anwendungen zum Einsatz kommen, sollten die für den jeweiligen Zweck erforderlichen biomechanischen Eigenschaften wie Festigkeit und Biotoleranz aufweisen. Aufgrund ihrer biologischen Trägheit weisen sie jedoch eine geringe Grenzflächen-Verbindung zwischen der metallischen Oberfläche und dem umgebenden Knochen auf. Dies stellt bei Implantatoperationen ein Risiko dar, denn der Heilungsprozess kann durch Infektionen, Dislokationen oder ähnliche Probleme kompliziert werden.

Es ist entscheidend, die Widerstandsfähigkeit der Implantat-Oberflächen zu bestimmen. Implantat-Technologien umfassen die Bearbeitung der Titan-Oberfläche von Permanentimplantaten und den Einsatz modifizierter Oberflächen. Im Rahmen eines Versuchs, die Natur zu imitieren, entwickelten israelische und französische Wissenschaftler eine neuartige Beschichtungslösung, mit der bioaktive Moleküle in die Beschichtungen integriert werden können, ohne die Kristallablagerung zu beeinflussen.

Die Beschichtung besteht sowohl aus einer organischen als auch aus einer anorganischen Komponente. Die organische Komponente setzt sich aus mehreren Polyelektrolytfilmen zusammen, wohingegen die bioaktiven Partikel in der anorganische Kristallstruktur enthalten sind, die innerhalb der organischen Komponente gewachsen ist. Das Implantat wird durch ein einfach heraufskaliertes Verfahren in einer bestimmten Reihenfolge in unterschiedliche Lösungen getaucht.

Die genutzten Rohmaterialien und die Beschichtungsprozesse sind kostengünstig. Die Beschichtungen zeigen eine gute mechanische Bindung an die Substrat-Oberfläche, und ihre biologischen In-vitro- und In-vivo-Tests lieferten ausgezeichnete Ergebnisse.

Diese Anwendung, die natürliche Systeme imitiert, findet in beschichteten Knochen- oder Zahnimplantaten Anwendung und soll unbeschichtete Präparate ersetzen. Dies führt zu einer kürzeren Integrationsperiode des Implantatknochens, geringeren Kosten, verminderten Komplikationen bei der Transplantation und sichereren Materialien. Es werden Hersteller von chirurgischen Zahn- bzw. Orthopädieprodukten für Lizenzabkommen gesucht.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 83109 / Zuletzt geändert am: 2006-12-18
Bereich: Biologie, Medizin