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FP6

NEW OPERA — Ergebnis in Kürze

Project ID: 6172
Gefördert unter: FP6-SUSTDEV
Land: Italien

Von fehlenden Netzwerken zu interoperablen Netzwerken

Das Interesse an kostengünstigen und umweltfreundlichen Alternativen zum Straßengüterverkehr ist angesichts der steigenden Kraftstoffpreise größer denn je. Mit dem vorrangigen Ziel, den Verkehr maßgeblich von der Straße auf die Schiene zu verlagern, erarbeitete das Projekt New Opera Maßnahmen, um den Ausbau des Schienenverkehrsnetzes zu fördern.
Von fehlenden Netzwerken zu interoperablen Netzwerken
Trotz enormer Wachstumsprognosen für den Bahnsektor in den nächsten Jahrzehnten ist noch unklar, ob das Schienennetz dem steigenden Bedarf überhaupt gerecht werden kann. Hohe Kosten und kurze Verladezeiten waren Faktoren, die Mitte des 20. Jahrhunderts dazu beitrugen, den Güterverkehr zunehmend von der Schiene auf die Straße zu verlagern, und die auch jetzt wieder die Wettbewerbsfähigkeit des Schienennetzes bedrohen.

Die Europäische Union verstärkte daher ihre Bemühungen, die Interoperabilität des Schienenverkehrsnetzes zu verbessern. Allerdings reichen die Maßnahmen – von der Einführung technischer Interoperabilitätsstandards bis hin zur Marktliberalisierung – nicht aus. Trotz steigenden Frachtaufkommens ist die Aufteilung des Güterverkehrs zwischen Straße und Schiene weiterhin ungünstig.

Die Initiative New Opera wurde von der Europäischen Kommission mit dem Ziel gefördert, Möglichkeiten und Empfehlungen zur Verbesserung von Schieneninfrastruktur und Interoperabilitätsstandards zu erarbeiten.

Das 2005 gebildete New Opera-Konsortium ist ein Zusammenschluss aus Betrieben und Privatunternehmen und befasst sich mit multimodalen Güterverkehrslösungen in Europa. In einer abgeschlossenen Studie kam man zu dem Ergebnis, dass die Maßnahmen der Europäischen Kommission und die Investitionen der Mitgliedstaaten lediglich einen Aufschub der Verlagerung von der Schiene auf die Straße bewirken können.

Das New Opera-Konsortium empfahl daher, zukünftige Investitionen in die Schieneninfrastruktur völlig neu zu durchdenken. Kern der Empfehlungen war die Gründung eines europäischen Güterverkehrsnetzwerks als Bindeglied zwischen den großen Nord- und Ostseehäfen und dem Mittelmeer. Dieses Netzwerk ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn auch der europäische Güterverkehr effizienter wird.

Die Verbesserung der transeuropäischen Interoperabilität ist ein maßgeblicher Erfolgsfaktor für das Netzwerk, insbesondere die Verknüpfung von Schienen-, Luft- und Seewegen. Zudem müssen Interoperabilitätsstandards eingeführt werden, z.B. einheitliche Lichtraumprofile und Spurweiten, eine Bahnelektrifizierung von 25\;kV und das zukünftige europäische System für Management und Steuerung des Eisenbahnverkehrs (ERTMS).

Solche radikalen Veränderungen gehen jedoch immer mit erheblichen Kosten einher. Die größte Herausforderung für die Konsortiumspartner bleibt das stark eingeschränkte Investitionsvolumen einiger Regierungen, die verfügbare Mittel verständlicherweise eher in den Ausbau des Personenverkehrs investieren als in das Güterverkehrsnetz. Wenn diese Regierungen nicht zu einem Umdenken bewogen werden, könnte eine einmalige Chance verloren gehen, die nicht sobald wiederkommt.

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Fachgebiete

Transport
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