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Eine einfache Vision für ein einziges Nahverkehrssystem

Da die Verkehrsdichte auf den Straßen Europas zunimmt, ist die Schaffung von Raum eine problematische Angelegenheit. Nach Ansicht der Partner des TR@NSITS-Projekts ist es weder praktikabel noch erforderlich, den Autoverkehr zu eliminieren, es sollte allerdings die Verwendung des öffentlichen Personennahverkehrs gefördert werden, um Freiräume zu schaffen.
Eine einfache Vision für ein einziges Nahverkehrssystem
Europa bewegt sich. Die Europäer reisen häufiger und über längere Strecken als je zuvor. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Welche Auswirkungen wird es haben, wenn die Belastung des Verkehrssystems weiter ansteigt? Der gesunde Menschenverstand sagt, dass dieser Trend keineswegs nachhaltig ist, etwas muss sich ändern.

Daher ist ein funktionierender, integrierter öffentlicher Nahverkehr besonders wichtig. Damit dieser attraktiver und mehr genutzt wird, müssen die wachsenden Anforderungen und Erwartungen der Passagiere erfüllt werden. Die Aufgabe der Partner des Tr@nsits-Projekts war es, Wege zu finden, diese Erwartungen zu erfüllen und immer einen Schritt voraus zu sein.

Partnerschaften zwischen nationalen und örtlichen Behörden, Verkehrsbetrieben und Stadtplanern sind von grundlegender Bedeutung, um die Barrieren bei der Verwendung des öffentlichen Personennahverkehrs zu beseitigen. Während des Tr@nsitsS-Projekts wurden alle Stakeholder an einen Tisch gebracht, um eine Strategie zu entwickeln, wie intelligente öffentliche Personennahverkehrssysteme (Intelligent Public Transport Systems - IPTS) dazu beitragen kann, diese Dienste in einem einzelnen System zusammenzulegen.

Mit IPTS können eine beträchtliche Anzahl von möglichen Ansätzen entwickelt werden, obwohl auch dies kein Allheilmittel für eine umfassende Lösung aller Probleme ist, die mit einer wachsenden Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsmitteln einhergehen. Verschiedene Innovationen waren der Schlüssel, um die Fortbewegungsgewohnheiten der Menschen zu ändern. Neue Dienste wie Straßenbahnen tragen bereits zur Verbesserung des Ansehens des öffentlichen Nahverkehrs bei.

Das Tr@nsits-Projekt hob jedoch die Notwendigkeit hervor, dass Investitionen in neue Kommunikationstechnologien und in fahrzeugseitige Systeme erfolgen müssen, welche die Reiseplanung einfacher machen. Fahrkarten, die eine universelle Gültigkeit besitzen sowie spezielle Fahrausweise, die direkt auf das Mobiltelefon gesendet werden, sind beispielsweise bereits verfügbar und bieten die Annehmlichkeit, welche von den Passagieren gefordert wird.

Wenn die Passagiere dem öffentlichen Nahverkehr einen höheren Stellenwert einräumen, dann erfordert dieser bei der Stadtplanung ebenfalls eine höhere Priorität. Das bedeutet, dass spezielle Maßnahmen wie Busspuren und intelligente Ampelschaltungen, welche Fahrzeuge mit hoher Besetzung erkennen und diesen Vorrang gewähren, implementiert werden müssen. Dies erfordert auch eine Zusammenarbeit mit dem Stadtrat, um diese Maßnahmen ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen.

Solche Änderungen erfordern vor allem, dass die erforderlichen Akteure zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass der öffentliche Nahverkehr die erforderliche finanzielle Förderung erhält. Die IPTS-Forschungsagenda, die bis Projektende abgeschlossen war, verfügt über das Potenzial, die Basis für die Vorbereitung von Projektvorschlägen zu bilden, die im Siebten Rahmenprogramm berücksichtigt werden können.

Die Partner des Tr@nsits-Projekts sind der Meinung, dass der Schlüssel darin liegt, den öffentlichen Personennahverkehr für die Fahrgäste einfacher und ökonomischer zu gestalten, damit CO2-arme Alternativen zu Fahrten mit dem Auto häufiger verwendet werden. Dadurch erhielte man ruhigere und weniger befahrene Straßen, eine erhöhte persönliche Sicherheit und saubere Luft für alle.

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Datensatznummer: 85676 / Zuletzt geändert am: 2010-09-06
Bereich: IT, Telekommunikation