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FP6

CORNEA — Ergebnis in Kürze

Project ID: 17905
Gefördert unter: FP6-SME
Land: Deutschland

Künstliche Hornhautimplantate bei Hornhauttrübung

Im Rahmen eines EU-finanzierten Projekts wurden zur Bekämpfung der Hornhauttrübung künstliche Hornhautimplantate entwickelt.
Künstliche Hornhautimplantate bei Hornhauttrübung
Die Hornhaut ist die glasklare Struktur vor der Iris, die für die Lichtbrechung zuständig ist. Bei der Hornhauttrübung handelt es sich um eine Störung, von der der zentrale Bereich oder Randbereiche der Hornhaut betroffen sind, was zur Minderung bzw. zum Verlust der Sehschärfe führt. Die Hornhauttrübung kann genetische, metabolische und idophatische Ursachen haben. Schwere Fälle können zu Blindheit führen und eine Transplantation erforderlich machen.

Dadurch, dass nur wenige Spenderhornhäute verfügbar sind und die Erfolgsquote bei Hornhauttransplantationen variiert, sind zur Behandlung künstliche Implantate notwendig. Bisher war der Ersatz der menschlichen Hornhaut mit alloplastischem Material nicht erfolgreich.

Der Schwerpunkt des Projekts "Development of an artificial cornea for the human eye" (Cornea, Entwicklung einer künstlichen Hornhaut für das menschliche Auge) lag auf der Entwicklung von Keratoprothesen, künstlichen Hornhautimplantaten. Hierzu wurden modernste Technologien zur Entwicklung und Herstellung der Implantate sowie präzise Operationsmethoden genutzt. Das Konsortium führte mit verschiedenen Acrylpolymerisaten Tests in Bezug auf ihre Transparenz, Hydrophobizität und Flexibilität durch. Die künstlichen Hornhautimplantate haben eine zylindrische Form und bestehen üblicherweise aus drei Schichten. Sie können mit dem Gewebe des Patienten verbunden werden, erfüllen hydrophile Anforderungen und gewährleisten, dass das optische Zentrum des Implantats klar bleibt.

Um diese Anforderungen zu erfüllen, behandelte das Cornea-Konsortium die Oberflächen der Keratoprothese mit den dafür geeigneten Chemikalien. Die Projektpartner entwickelten außerdem einen neuartigen Sterilisationsprozess, bei dem die biochemischen Eigenschaften der beschichteten Polymeroberflächen erhalten bleiben. An Tieraugen durchgeführte Tests des Implantats ermöglichten dessen Optimierung vor der Verwendung am Menschen.

Die vom Cornea-Team entwickelte Keratoprothese bestand die klinische Beurteilung hinsichtlich der Bestrahlung mit Infrarot-Laser und wird unter dem Markennamen "Miro Cornea Ur" auf den Markt gebracht. Im Rahmen einer klinischen Studie wird die Effizienz der künstlichen Hornhaut bei Patienten, die an Hornhauttrübung leiden, beurteilt.

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