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FP6

CAMBIFORRUS — Ergebnis in Kürze

Project ID: 26310
Gefördert unter: FP6-INCO
Land: Deutschland

Rettungsplan für russische Wälder

Gemeinsame Initiativen zwischen der EU und Russland konnten Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Gesundheit borealer Wälder in der russischen Republik Komi identifizieren. Allerdings sind dort und gleichermaßen in den angrenzenden Regionen weitere Studien erforderlich.
Rettungsplan für russische Wälder
Das EU-finanzierte Cambiforrus-Projekt ("Identification and management of the environmental risks associated with man-made changes using the cambial activity monitoring in North-Western Russia") untersuchte den globalen Wandel im Nordwesten Russlands, der mittleren Taiga. Das Projekt verstärkte die Beteiligung der EU bei der Überwachung des Einflusses der Region auf das Waldwachstum, indem russische Wissenschaftler geschult wurden. An der forstlichen Versuchsstation Lyaly (Republik Komi) wurde eine mit Hightech-Forschungsausrüstung ausgestattete Freilandmessstation aufgebaut.

Die Initiative trieb gemeinsame Forschungsprojekte voran und unterstützte Russland dabei, dem Klimawandel ins Auge zu schauen. Hauptergebnisse sind Schulungen für Wissenschaftler, die Einrichtung der dendroökologischen und magnetfeldbezogenen Messstation in Komi sowie die Verbreitung der Projektresultate.

Cambiforrus untersuchte auf Basis dendrochronologischer Daten zu klimatischen Faktoren, die den radialen Wuchs von Nadelbäumen beeinflussen, die klimatischen Bedingungen in der Region im Detail. Man analysierte die für die Biodiversität bedeutsamen Waldrisiken wie Feuer, Insekten und extreme Ereignisse, die negative Effekte auf Russlands boreale Wälder haben. Das Projekt konnte entscheidende Fortschritte im Wissen über Waldbrände und Insektenplagen verzeichnen. Außerdem wurden die Stärke von Stürmen und deren Auswirkung auf den Klimawandel untersucht.

Eine weitere wichtige Leistung war die hohe Auflösung der regionalen Klimamodellierung für Nordwestrussland, um zukünftige Temperaturveränderungen vorhersagen zu können. Dies erfolgte zusammen mit einer Aktivitätsüberwachung an den Stämmen der Bäume an der Forschungsstation in Lyaly und intensiven Dendrometermessungen.

Das Projekt entwickelte eine wichtige Strategie zur Feststellung individueller meteorologischer Parameter unter den in borealen Wäldern vorzufindenden Bedingungen. Auch die Effekte von Veränderungen in der elektromagnetischen Umwelt auf die Bäume wurden aufgezeichnet. Überdies ergab die Echtzeitüberwachung natürlicher geomagnetischer Abweichungen wertvolle Informationen zu internen biologischen Prozessen, die in den verschiedenen Baumarten ablaufen.

Das gemeinsame Projekt trug zu einer besseren Qualität der Daten und mehr Wissen über die sich verändernden Umweltbedingungen in der Region bei, obgleich festzustellen ist, dass in Karelien, im Leningrader Gebiet, Nents und im Gebiet Arkchangelsk noch mehr Zusammenarbeit zum Thema Waldwachstum von Nöten ist. Weitere gemeinsame Anstrengungen wie diese werden hoffentlich noch intensiver dazu beitragen, den Klimawandel zu verfolgen und den Schutz dieser wertvollen Wäldern im Nordwesten Russlands zu sichern.

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