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FP6

SODISWATER — Ergebnis in Kürze

Project ID: 31650
Gefördert unter: FP6-INCO
Land: Irland

Sauberes Wasser für die Dritte Welt

Mithilfe eines neuen europäischen Verfahrens kann verkeimtes Wasser gereinigt werden, indem es für acht Stunden in der Sonne gelagert wird. Die EU setzt sich dafür ein, diese Technologie allen zugänglich zu machen.
Sauberes Wasser für die Dritte Welt
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser kann viele Menschenleben retten und ist für die Länder der Dritten Welt besonders im Fall von Naturkatastrophen, wie Fluten oder Kriegsereignissen, unabdingbar. Deswegen sollte jeder ein unveräußerliches Recht darauf haben. Das EU-finanzierte Projekt "Solar disinfection as an appropriate household water treatment and storage ... against childhood diarrhoeal disease in developing countries or emergency situations" (Sodiswater) widmete sich erfolgreich der Umsetzung dieses Vorhabens.

Das Projekt basiert auf solarer Desinfektion (SODIS), einem einfachen Verfahren zur Aufbereitung von verkeimtem Wasser. Das Wasser wird dabei in transparente Flaschen gefüllt, die für acht Stunden in die Sonne gelegt werden. Diese Methode hilft, durch Wassermikroben verursachte Durchfallerkrankungen bei Kindern zu verhindern und ist für Entwicklungsländer ideal.

Sodiswater setzte sich für die Verbreitung dieser Methode in Entwicklungsländern ein, zeigte ihre Wirksamkeit, erarbeitete ein nachhaltiges Konzept zur Umsetzung und erzielte wichtige Forschungsergebnisse. Das Projekt beschäftigte sich mit den Auswirkungen auf die Gesundheit, der Abtötung pathogener Keime und der Verbesserung der Methode.

Außerdem wurden Risikofaktoren für Durchfallerkrankungen sowie die Akzeptanz der SODIS-Methode untersucht. Die durchgeführten Toxizitätsuntersuchungen ergaben, dass die Flaschen alle sechs Monate ausgetauscht werden sollten. Ein weiteres Ergebnis der Toxizitätsuntersuchungen war die notwendige Intensivierung der Forschung zur Photodegradation von Lebensmitteln.

Sodiswater prüfte auch die Effektivität der momentan angewandten Methode und widmete sich der Frage, wie sie durch den Einsatz neuer Technologien verbessert werden könnte und wie die Aufbereitung größerer Wassermengen erreicht werden könnte.

Bei zahlreichen Wassermikroben stellte sich heraus, dass sie durch die SODIS-Methode abgetötet werden können, insgesamt erwies sich das Verfahren als erfolgreich. Eine breitere Basis für die Anwendung erforderte jedoch eine konstante Überwachung und Verbesserung der Methode zur Abtötung der pathogenen Keime. Die Teammitglieder schlugen vor, mit kostengünstigen Sensoren zu überprüfen, ob das Wasser als Trinkwasser geeignet ist.

Die Projektpartner prüften den Einsatz neuer Prototypen im Hinblick auf die Machbarkeit, legten jedoch Wert auf die Feststellung, dass die Optimierung der Verteilerkanäle Vorrang vor neuen Innovationen habe. Außerdem untersuchten sie die Möglichkeiten einer Anpassung der Technologie und organisierten eine Konferenz, auf der die Ergebnisse des Projekts präsentiert wurden.

Sodiswater lieferte den Beweis für den Nutzen der Sonnenstrahlung bei der Desinfektion von Wasser. Bei richtigem Einsatz der Methode wird ihre positive Wirkung für Länder auf der ganzen Welt von unschätzbarem Wert sein.

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