Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

FP6

RISKSCRA — Ergebnis in Kürze

Project ID: 30278
Gefördert unter: FP6-SME
Land: Italien

Forschung für TSE-freie Schafmilcherzeugnisse

Wenn ein Produkt vom Verbraucher als nicht sicher eingestuft wird, kann die Nachfrage stark sinken, wie es bei BSE (bovine spongiforme Enzephalopathie) in den 90iger Jahren der Fall war. Das EU-finanzierte Projekt RISKSCRA erstellte umfassende Leitlinien für Schafmilcherzeuger und -branche, um zu gewährleisten, dass Schafmilcherzeugnisse nicht durch Erreger der Traberkrankheit (Scrapie) kontaminiert sind.
Forschung für TSE-freie Schafmilcherzeugnisse
Produkte aus Schafmilch spielen in der Milchwirtschaft der Mittelmeerländer eine große Rolle. Sie stammen von lokalen Rassen, die an Produktionsbedingungen und Umwelt angepasst sind.

Die BSE-Forschung hatte gezeigt, dass die Übertragung von Rindern auf Schafe oral und parenteral (nicht über den Magen-Darm-Trakt) stattfindet. In den Milchdrüsen von Schafen, die an Traberkrankheit und Mastitis erkrankt waren, wurden Prionproteine (PrP) nachgewiesen. Befürchtet wird demzufolge, dass es sich bei der Traberkrankheit um eine Form von BSE handelt.

Resistenzen gegen Scrapie wurden in Genanalysen am ARQ/ARQ-Genotyp untersucht, der anfällig für manche Formen von Scrapie oder experimentell generierte BSE ist. Mit dem Nachweis von PrP kann auch die Resistenz oder Anfälligkeit eines Schafs gegenüber der transmissiblen spongiformen Enzephalopathie (TSE) ermittelt werden. Die im Vereinigten Königreich am häufigsten angewendete Kontrollstrategie bei Scrapie ist die genetische Selektion.

Neben Initiativen europäischer Einrichtungen zur Stärkung der TSE-Resistenz in Schafherden zielte das EU-finanzierte Projekt RISKSCRA auf die Entwicklung neuer Testverfahren für Scrapie-Kontaminationen in Milchprodukten ab. Die entwickelten Leitlinien und Empfehlungen sollen neben Züchtern der gesamten Milchbranche zugutekommen.

Gesucht wurde nach geeigneten Genanalyseverfahren für Routinekontrollen, die in einem Handbuch für milchwirtschaftliche Laboranten mit dem Titel "Guidelines to set up traceability in cheese making factories with associated scrapie risk level" erläutert sind, und in dem die Internationale Beratergruppe IAG Maßnahmen zur Milcherzeugung sowie Analyseverfahren des Prp-Allelprofils empfiehlt. Hierzu fanden Unterweisungen für milchwirtschaftliche Laboranten statt.

Um zu gewährleisten, dass relevante Forschungsergebnisse alle Erzeugungsstufen erreichen, organisierte RISKSCRA die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren und koordinierte Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene. Aktiv gefördert wurde die Netzwerkbildung zwischen Forscherteams, um vor allem europäische KMU (kleine und mittlere Unternehmen) mit Forschungszentren in Kontakt zu bringen. Die Initiative zielt auf die Schaffung eines grenzüberschreitenden Forschungsraums und neuer Tätigkeitsbereiche im Forschungssektor ab.

Mit den RISKSCRA-Leitlinien sollen Sicherheitsmaßnahmen oder kommerzielle Strategien von Beginn an umgesetzt und bereits vorhandene Kontrollsysteme ausgebaut werden. Relevant ist das RISKSCRA-Kontrollsystem insbesondere für Erzeuger, Züchterorganisationen und andere Einrichtungen, die daran interessiert sind, Scrapie-Erreger aus Schafmilchprodukten zu eliminieren. Ein Anwendungsbereich wären beispielsweise Kriterien für die Auszahlungsleistung, bei denen statt möglicher Scrapie-Kontaminationen bislang lediglich Quantität oder bakterielle Kontaminationen berücksichtigt wurden.

Die Verbesserung der Qualität von Milcherzeugnissen auf dem Markt schafft mehr Vertrauen beim Verbraucher und stellt eine Basis für fairen Wettbewerb zwischen europäischen Milchbranchen dar, von denen wiederum der Verbraucher profitiert. Außerdem stärkt sie die europäische Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt.

Verwandte Informationen

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben