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FP6

CAPABILITY Ergebnis in Kürze

Project ID: 37275
Gefördert unter: FP6-LIFESCIHEALTH
Land: Deutschland

Einsatz von Gentests in klinischer Praxis und Prävention

Die rasanten Fortschritte bei genetischen Analysen sind für das Gesundheitssystem ein zweischneidiges Schwert. Das EU-finanzierte Projekt CAPABILITY entwickelte ein Modell, um die Vorteile für die medizinische Grundversorgung zu maximieren und Kosten für das Gesundheitssystem zu minimieren, gleichzeitig sollen negative soziokulturelle Folgen niedrig gehalten werden.
Einsatz von Gentests in klinischer Praxis und Prävention
Im Zuge dieser schnellen Entwicklung in Genetik und Genomik stehen inzwischen eine Unmenge an Gentests für seltene und häufige Erkrankungen zur Verfügung. Die damit einhergehenden Kosten, u.a. im Zusammenhang mit Bereitstellung und Prävention, belasten das Gesundheitssystem enorm. Hier ist es die Aufgabe der EU, entsprechende Standards für genetische Tests zu entwickeln und dabei Kostenfaktor und nationale, kulturelle und sprachliche Unterschiede in Europa zu berücksichtigen.

Das EU-finanzierte Projekt CAPABILITY zielte darauf ab, nicht nur einen paneuropäischen, sondern globalen Prozess einzuleiten, der Gentests und Standards für den Einsatz in der klinischen Praxis und zur Prävention harmonisiert. Einer der Schwerpunkte dabei war die erfolgreiche Vernetzung von europäischen Forschungs- und Klinikzentren und den Entwicklungsländern.

Geschaffen wurde im Rahmen des Projekts ein interdisziplinäres internationales Netzwerk mit Vertretern aus Argentinien, China, Ägypten, den Philippinen, Südafrika, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Eigene Erfahrungen der CAPABILITY-Partner weltweit haben gezeigt, wie wichtig es ist, länderspezifische Besonderheiten und Verhältnisse zu berücksichtigen. Beispielhaft war die Entwicklung von Gentestlaboren in der medizinischen Grund- und Sekundärversorgung in Südafrika, wo Fachkräftemangel und -abwanderung und HIV/AIDS- und TB-Epidemien wichtige Faktoren sind.

Einer der Erfolge des Kapazitätsmodells CAPABILITY ist dessen Integration in die Gesundheitsreform in Argentinien. Ein medizinisch-genetisches Vorsorgeprogramm mit neuen Labordiensten wird derzeit in vier Provinzen im Nordosten des Landes eingerichtet.

In Anbetracht der künftigen Aufgabe, die Fortschritte in die medizinische Praxis umzusetzen, sorgen die Projektpartner mit dem Projekt GenTEE (Genetic services in emerging economies) dafür, dass Raum für die Entwicklung, Harmonisierung, Validierung und Standardisierung von Gentestdiensten bleibt. Das GenTEE-Netzwerk wird als Nachfolgeprojekt von CAPABILITY durch das Forschungszentrum der Europäischen Kommission für Gesundheit und Verbraucherschutz gefördert.

Obwohl das Projekt selbst im Dezember 2009 abgeschlossen war, wird die Strategie des Capability-Modells weitergeführt. Ein Schlüssel für dessen Erfolg waren offenbar die intensive Verbreitung der Ergebnisse und Transparenz. Daher bleibt die Webseite noch bis 2013 bestehen und ist unter http://www.capabilitynet.eu/ abrufbar.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 87458 / Zuletzt geändert am: 2011-11-25
Bereich: Biologie, Medizin