Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

FP6

SELCAT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 31487
Gefördert unter: FP6-SUSTDEV
Land: Deutschland

Sicherheitsstudie zu Bahnübergängen

Ein EU-Projekt befasste sich mit der Frage, wie die Sicherheit an Straße-Schiene-Bahnübergängen verbessert werden kann. Für ihre eingehende Analyse griffen die Forscher auf weltweite Unfallstatistiken, Sicherheitsprojekte und neue Technologien zurück.
Sicherheitsstudie zu Bahnübergängen
Jedes Jahr kommen in der EU mehr als 330 Menschen in rund 1.200 Unfällen an Bahnübergängen ums Leben. Es überrascht also nicht, dass Bahnübergänge als besonderer Schwachpunkt in der Straßeninfrastruktur identifiziert wurden.

Das EU-geförderte Projekt Selcat ("Safer European level crossing appraisal and technology") zielte darauf ab, das Risiko an diesen Kreuzungen zu reduzieren. Diese Studie wurde von einer multidisziplinären Gruppe aus Ingenieuren und Experten für Sicherheit im Eisenbahnverkehr sowie für Straßennetze erstellt, so dass alle europäischen Interessengruppen zur Reduzierung der Unfälle an Bahnübergängen beitragen können.

Alle relevanten Informationen wurden im generischen Wissensmanagementsystem von zusammengetragen, bevor sie dann analysiert, verglichen, kodifiziert, harmonisiert und verbreitet werden konnten.

Das SELCAT-Team erforschte neue Technologien und bewertete deren Nutzen für eine Erhöhung der Sicherheit. Ein extra entwickeltes generisches Modell eines funktionalen Bahnübergangs half bei der Beurteilung von technologischen Lösungen.

Bei den Risikoanalysen zu den Bahnübergängen wurden unterschiedliche Bedingungen in verschiedenen Ländern berücksichtigt. Dazu zählten die Abhängigkeit von Herstellungs- und Betriebskosten, Art und Grad des Risikos, Verkehrsaufkommen, kulturelle Faktoren wie etwa die allgemeine Risikobereitschaft sowie Straßen- und Schienenverkehrssicherheit. Insgesamt identifizierten die Forscher in 12 Ländern 23 Ansätze für die Modellierung und Bewertung von Bahnübergängen.

Dabei ist der menschliche Faktor besonders wichtig. Mithilfe der Psychologie des menschlichen Verhaltens bei der Annäherung an Kreuzungen wurden Maßnahmen zur Sensibilisierung untersucht und analysiert. Empfohlen wurde unter anderem, wie die Einhaltung von Sicherheitsregeln für Bahnübergänge erhöht werden könnte.

Verbreitet wurden die Informationen über die Projektwebsite, Workshops und Konferenzen, darüber hinaus wurde der Prototyp für eine an Autofahrer gerichtete Kampagne entwickelt.

Zu den Empfehlungen gehört unter anderem die Standardisierung der Rechtsvorschriften für Bahnübergänge, da es in großem Maße Fahrer betrifft, die in unterschiedlichen Ländern fahren. Darüber hinaus wurde nachdrücklich empfohlen, die Methoden zur Risikobewertung zu vereinheitlichen, wenn man an allen Übergängen das gleiche Maß an Sicherheit schaffen möchte.

In einer Zeit, in der sowohl der Straßen- als auch der Schienenverkehr zunehmen werden, hat das SELCAT-Konsortium allen Beteiligten deutlich gemacht, dass neue sektorenübergreifende Sicherheitsstrategien entwickelt werden müssen. Mit der SELCAT-Analyse soll nachhaltig versucht werden, diese Empfehlung in die Tat umzusetzen.

Verwandte Informationen

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben