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FP6

ENTTRANS — Ergebnis in Kürze

Project ID: 22673
Gefördert unter: FP6-POLICIES
Land: Niederlande

Beurteilung des Energietechnologiebedarfs für beiderseitigen Nutzen

In einer EU-finanzierten Initiative wurde ein neuer Ansatz vorgeschlagen, der den Transfer von Energietechnologien zum Vorteil von Entwicklungsländern und gastgebenden Projektländern vorantreibt.
Beurteilung des Energietechnologiebedarfs für beiderseitigen Nutzen
Das Kyoto-Protokoll von 1997 setzte Verpflichtungen bestimmter Industrieländer zur Emissionsbegrenzung oder -reduzierung von Treibhausgasen (THG) mengenmäßig fest. Diese werden als nationale THG-Emissionsguthaben oder "zugeteilte Mengen" ausgedrückt und für jedes Land in Prozentpunkte des nationalen Emissionswertes eines bestimmten Jahres – in den meisten Fällen 1990 – berechnet. Jedoch haben Entwicklungsländer kein solches zugeteiltes Guthaben und haben deshalb keine festgesetzten Verpflichtungen.

Ziel des Projekts "The potential of transferring and implementing sustainable energy technologies through the Clean Development Mechanism of the Kyoto Protocol" (Enttrans) war die Lösung der Frage, wie mit dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM) der Transfer von nachhaltigen Energietechnologien in Entwicklungsländern unterstützt werden könnte. Ein typisches CDM-Projekt führt idealerweise den Transfer einer Technologie mit niedrigem CO2-Ausstoß in ein Entwicklungsland, in Einklang mit den dortigen Bedürfnissen und Prioritäten, mit zertifizierten Emissionsreduktionen für das Industrieland, das in das CDM-Projekt investiert, zusammen. Jedoch muss mehr Augenmerk auf den Transfer von Guthaben für kostengeringe Emissionsreduzierung gelegt werden.

Enttrans-Partner versuchten, dieses Ungleichgewicht zu beseitigen, indem sie für fünf potenzielle CDM-Gastländer beurteilten, wie eine Auswahl der Technologie auf den Bedarf an Energiedienstleistung und den Prioritäten der Entwicklungsländer basieren könnte. Dieser Ansatz verspricht, dass eine Reihe an Technologien, die auf diesem Wege ausgewählt wurde, länderspezifische Bedürfnisse anspricht sowie zur Reduzierung von THG-Emissionen beiträgt.

Nach diesem Prinzip analysierten Forscher die Implementierungsketten für diese Technologien in den relevanten Ländern und erforschten, wie der CDM dazu beitragen könnte, verschiedene Aspekte des Prozesses zu verbessern. Beispiele beinhalten die Bereitstellung der mehrwertigen Anlagenrendite, die Bildung von zusätzlichem Humankapital für Technologieoperationen und Wartung und das Auftreten als Demonstrationswerkzeug für Interessenvertreter, die mit besonderen Technologien noch nicht vertraut sind.

Das Projekt führte zu einer umfassenden Reihe an Ergebnissen und förderte die Sensibilisierung in Bezug auf Aspekte des Technologietransfers sowie auf einen Beitrag des CDM zur nachhaltigen Entwicklung. Weitaus wichtiger ist, dass Enttrans auch zwei spezifische Supportwerkzeuge für internationale Politiker und Entscheidungsträger als Folge hatte.

Das erste Werkzeug ist ein Ansatz zur Beurteilung des Bedarfs an Energiedienstleistungen (ESNA), der für künftige Entscheidungen auf dem Gebiet der Energietechnik in Entwicklungsländern weitgehend angewendet werden kann. Der ESNA-Ansatz verdeutlicht einen partizipatorischen Ansatz, der Interessenvertreter involviert, die bei länderspezifischen Politikgestaltungen und Entscheidungsfindungen im Bereich Energie und Umwelt beteiligt sind. Der zweite beinhaltet das systemische Festlegen von Technologieimplementierungsketten und Märkten in Ländern mit Fallstudien in Bezug auf Marktteilnehmer, relevante Gesetzgebung und umfassende Wirtschaftsumwelt. Dieser Ansatz bietet Einsicht in die Frage, welcher länderspezifische Faktor den Technologietransfer verhindern oder vorantreiben kann.

Von diesen Ergebnissen können sowohl die investierenden Länder als auch die Entwicklungsländer profitieren, die sie unterstützen wollen. Enttrans hob die Vorteile der Durchführung eines gemeinsamen Programms zur Familiarisierung mit Technologie und ESNA und den Stakeholdern hervor. Dadurch könnte man alle Möglichkeiten, die Anforderungen für Technologien mit niedrigem CO2-Ausstoß zu erfüllen, genauestens beurteilen.

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