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FP6

SOFAR — Ergebnis in Kürze

Project ID: 22682
Gefördert unter: FP6-POLICIES
Land: Italien

Landwirtschaft für den sozialen Zweck

Eine EU-finanzierte Initiative konzentrierte sich auf die Entwicklung des Potenzials der sozialen Landwirtschaft, um das Leben von benachteiligten Menschen und Einheimischen zu verbessern. Durch das Projekt wurde der Grundstein für ein erhöhtes Verständnis geschaffen, wie dieser Sektor weiter entwickelt werden kann und die Früchte des Erfolgs geerntet werden können.
Landwirtschaft für den sozialen Zweck
"Soziale Landwirtschaft" beschreibt Methoden, die die Rehabilitation und Pflege von benachteiligten Menschen und/oder die Integration von Personen mit "eingeschränkter Geschäftsfähigkeit" unterstützen. Zur letzteren Gruppe gehören Emigranten, Strafgefangene, Drogenabhängige und Menschen mit psychischen und physischen Behinderungen. Trotz der Vorteile für Landwirte und diejenigen, die sie bei der Arbeit unterstützen, hat sich Europa bisher noch auf keine allgemeingültige Definition für soziale Landwirtschaft geeinigt. Hindernisse in dieser Sache sind die diversen Ansätze für Landwirtschaft und soziale Angelegenheiten und/oder Pflege als auch bei der Frage, wie diese für einen guten Zweck kombiniert werden können. Wenn man die lokalen Traditionen und Kultur zusätzlich zur Gleichung in Betracht zieht, versteht man schnell, warum für die Ausfüllung des Potenzials des Sektors eine gemeinsame europäische Sichtweise bezüglich sozialer Landwirtschaft weiter entwickelt werden muss.

Das Projekt "Social services in multifunctional farms - social farming" (SOFAR) zielte folglich darauf, den Aufbau eines neuen institutionellen Umfelds für soziale Landwirtschaft zu unterstützen. Projektpartner entwickelten eine partizipatorische "Plattform", die auf die teilnehmenden Länder zugeschnitten wurde, und zusätzlich eine gemeinsame Plattform in Brüssel, Belgien. An und für sich wollte SOFAR den Grundstein für die Entwicklung einer politischen europäischen Agenda legen, die nationale Interessen und Erkenntnisse von Beteiligten berücksichtigt.

Das Konsortium hielt eine Reihe von Treffen ab, um eine enge Zusammenarbeit in diesem Sinne und Koordination aufzubauen. Zwei individuelle ausführliche Beschreibungen zu Fallstudien entstanden für jedes Land, um die Art, das Ausmaß und die Vielfalt der Erfahrungen in ganz Europa hervorzuheben. Die Information wurde anschließend mit weiter verfügbaren Informationen zur sozialen Landwirtschaft zusammengeführt. Das Projekt hatte diesbezüglich einen Pioniercharakter, da nur wenig oder keine vorherige relevante Forschung für einige der teilnehmenden Länder vorhanden war.

SOFAR-Partner entwickelten eine Liste aller Teilnehmer, Organisationen und Institutionen in Zusammenhang mit sozialer Landwirtschaft. Die Bemühungen auf diesem Gebiet führten zu einer wichtigen zusätzlichen Ressource für relevante Interessenvertreter und bildeten eine bedeutende Einführung in den Aufbau von individuellen Plattformen im Rahmen des Projekts. Die Plattformtreffen boten Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion und führten zur Entwicklung einer europäischen Innovationsstrategie. Diese zielte auf eine Reform der "zweiten Säule" (Entwicklung des ländlichen Raums) der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU.

Informations- und Kommunikationsarbeit wurde auf verschiedene Weise geleistet; hierzu zählen vor allem eine Website, das Verteilen eines Newsletters und von Pressematerial und die Produktion von audiovisueller Dokumentation. Zwei interessante Punkte auf diesem Gebiet waren der Start einer speziellen Aktion, die auf einer partizipatorischen Arbeit mit Photos basiert, und die Produktion einer Videodokumentation. Diese bietet eine tiefere Einsicht in die verschiedenen Situationen der sozialen Landwirtschaft in ganz Europa und versucht, für mehr Verständnis bei Bürgern und Entscheidungsträgern zu werben.

Die Bemühungen und Ergebnisse von SOFAR haben das Potenzial, den Anwendungsbereich der Landwirtschaft zu erweitern, die Chancen für Gesundheitseinrichtungen, alternative Heilmethoden mit einzuschließen, und das Image der Landwirtschaft in der Gesellschaft zu verbessern.

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