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FP6

BIOTOOL — Ergebnis in Kürze

Project ID: 3998
Gefördert unter: FP6-SUSTDEV
Land: Deutschland

Können wir die Entwicklung verschmutzter Umwelt vorhersagen?

Ein europäisches Konsortium hat sich dem Problem der Umweltverschmutzung gewidmet und Überwachungsverfahren zur Prognose der Auswirkungen und der Weiterentwicklung belasteter Standorte erarbeitet.
Können wir die Entwicklung verschmutzter Umwelt vorhersagen?
Natürliche Bindungs- bzw. Abbau- und Rückhalteprozesse beziehen sich auf den Abbau von Schadstoffkonzentrationen in der Umwelt durch biologische, physikalische oder chemische Prozesse. Die Ausnutzung dieser Prozesse bei einer Diagnose des Bodenzustands kann als ein Instrument der Prognose dafür eingesetzt werden, wie sich kontaminierte Böden und Grundwasser weiterentwickeln werden.

Ziel des EU-Projekts Biotool ("Biological procedures for diagnosing the status and predicting evolution of polluted environments") war daher, sich biologische Prozesse als prädiktive Tools in Bezug auf die Umweltverschmutzung zunutze zu machen. Das Konsortium verschmutzte bestimmte Versuchsfelder mit Chlor- oder Erdölkohlenwasserstoffen und überwachte deren weitere Entwicklung unter Anwendung verschiedener Verfahren. Zur Einschätzung der Kontamination unterhalb der Oberfläche wurde der Transport von Indikatorchemikalien aus dem Untergrund in die oberirdische Vegetation ausgenutzt.

Die Projektpartner entdeckten, dass die Bildung von Fettsäuren und Phospholipidfettsäuren im Boden als ein Werkzeug zur Beurteilung der Toxizität Einsatz finden könnte. Außerdem konnte mit Hilfe der DNA-Array-Technologie die Diagnose des biologischen Status eines belasteten Standorts erfolgen. Speziell wurden bestimmte Genfamilien, die an aeroben und anaeroben Abbauwegen beteiligt sind, verwendet, um natürliche mikrobielle Gemeinschaften zu bewerten. Die Wissenschaftler erkannten, dass die Wechselwirkungen der Mikroben mit den natürlichen Ökosystemen zur biologischen Sanierung und für natürliche Abbau- und Rückhalteprozesse ausgenutzt werden können. Sie brachten zu diesem Zweck Proteomtechnologien gemäß Stand der Technik zum Einsatz, um Protein-Biomarker zu lokalisieren, die die Entwicklung kontaminierter Böden prognostizieren könnten.

Das Biotool-Konsortium entwickelte schließlich etliche nutzbare innovative Protokolle zur Vorhersage des biologischen Abbaus an belasteten Standorten. Man geht davon aus, dass die Untersuchungsergebnisse des Projekts den Einsatz natürlicher Bindungsprozesse als Sanierungsstrategie für ganz Europa fördern werden.

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