Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

FP6

CONCEPT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 32949
Gefördert unter: FP6-SME

Defekte an Rotorblättern für Windenergieanlagen erkennen

Der globale Tatendrang zur Nutzung alternativer und erneuerbarer Energien hat in den letzten 20 Jahren zu einem erheblichen Anstieg der Zahl der Windparks geführt. Die riesige Rotorblätter bestehen aus Verbundwerkstoffen, in denen sich oft kleine Defekte oder Brüche verbergen können, die mit herkömmlichen Verfahren nur schwer zu erkennen sind.
Defekte an Rotorblättern für Windenergieanlagen erkennen
Materialfehler in Rotorblättern haben in der Vergangenheit bereits zu katastrophalem Versagen geführt, Menschenleben in Gefahr gebracht und das Vertrauen der Öffentlichkeit ins Wanken gebracht, was zu Einschränkungen für die weitere Entwicklung führt.

Ins Leben gerufen wurde das Concept-Projekt ("Development of a portable high energy nanofocus computed tomography system for glass reinforced plastic wind turbine blades"), um eine neue Technologie zur Erkennung von Auflösungserscheinungen in Verbundwerkstoffen in der Größenordnung von Atomen oder Molekülen (in Nanobreite) am dicksten Abschnitt der Rotorblätter zu erfinden. Der wachsenden Energiebedarf verstärkt die Notwendigkeit exzellenter diagnostischer Gerätschaften zur Durchführung von umfassenden Integritätsprüfungen der Rotorblätter, ohne sie abschalten zu müssen, die somit die Funktion unterstützen und einen sicheren Betrieb gewährleisten.

Das Concept-Projekt schob die Entwicklung zahlreicher Technologien an, die außer für den ursprünglichen Zweck auch in vielen anderen Industriezweigen anwendbar sind, wenn in einem System kombiniert sind. Die Forscher entwickelten zwei Prototypen von Hochenergieröntgenröhren, die im Vergleich zu handelsüblichen Modellen mit verbesserten Eigenschaften aufwarteten. Sie entwarfen außerdem eine leichtgewichtige Hochspannungs-Stromversorgung, die für mobile Anwendungen geeignet ist und mit Gas statt Öl funktioniert. Überdies bauten sie einen Detektor, den Prototypen eines Scanners zur Detektormanipulation und zwei Kletterroboter, die erhebliche Lasten tragen können.

Die Technik im Zusammenhang mit der Stromversorgung und dem Detektor könnte ohne Weiteres in eine Vielzahl existierender Produkten integriert werden. Die Roboter können möglicherweise unter anderem unmittelbar bei der Inspektion von Schornsteinen und Brückenkabeln Anwendung finden.

Die Wissenschaftler bereiteten abschließend einen Businessplan für die Vermarktung des Concept-Systems vor, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Ferninspektion in großen Offshore-Windparks lag.

Somit erarbeitete das Concept-Projekt zahlreiche innovative Technologien mit einem breitem Potenzial für den Einsatz in vielen Industriesektoren. An dem Concept-System selbst konnte außerdem die Fähigkeit zur Erkennung submikroskopischer Defekte bei den für sehr große Rotorblätter verwendeten Verbundwerkstoffen deutlich verbessert werden, was einen noch sichereren Betrieb und eine Sanierung des Vertrauens der Öffentlichkeit in die Nutzung der Energie des Windes verspricht. Die Projektresultate sollen nun die Weiterentwicklung großer Windparks ankurbeln und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf diesem wachsenden Gebiet bei gleichzeitigem Schutz der globalen Umwelt stärken.

Verwandte Informationen

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben