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FP6

BIOPOL — Ergebnis in Kürze

Project ID: 44336
Gefördert unter: FP6-FOOD
Land: Niederlande

Pflanzliche Produkte für grüne Chemikalien und Brennstoffe veredeln

In Europa gibt es derzeit 34 bestehende oder geplante Bioraffinerien und 45 Forschungsprojekte in Bezug auf Bioraffinerien bzw. Pilotanlagen. EU-finanzierte Wissenschaftler untersuchten derzeitige und künftige Konzepte von Bioraffinerien und sprachen Empfehlungen für politische Initiativen zur diesbezüglichen Sensibilisierung und verbesserten Wettbewerbsfähigkeit in Europa aus.
Pflanzliche Produkte für grüne Chemikalien und Brennstoffe veredeln
Der Begriff Biomasse bezeichnet organisches Material lebender oder kürzlich noch lebender Pflanzen und Tiere. Bioraffinerien wiederum produzieren aus Biomasse nützliche biobasierte Produkte und Nebenprodukte wie Chemikalien und Brennstoffe bei vernachlässigbaren Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO2).

Ziel des Projekts "Assessment of biorefinery concepts and the implications for agricultural and forestry policy" (Biopol) war die Beurteilung innovativer technischer, sozialer, umwelttechnischer und politischer von Bioraffinerien implementierter Konzepte, um so die zukünftige Politikgestaltung in Bezug auf die Errichtung von Bioraffinerien zu beeinflussen.

Der Schwerpunkt der Wissenschaftler lag auf vier Arten von Bioraffinerien. Grüne Bioraffinerien verwenden feuchte, grüne Biomasse wie grünes Grass und Klee. Bioraffinerien für lignozellulosehaltige Rohstoffe verwenden trockene Rohmaterialien aus zellulosehaltiger Biomasse wie Schilfrohr und Holz. Bioraffinerien für Ganzpflanzen verwenden Nutzpflanzen wie Getreide oder Mais als Rohmaterialien. Zwei-Plattform-Bioraffinerien kombinieren Zucker (biochemisch) und Synthesegas (thermochemisch) zur Produktion von Chemikalien und Brennstoffen wie Ethanol, Methanol und Polymere.

Anschließend wählten sie vier Industrien aus, die erfolgreich Bioraffinerie-Konzepte implementieren könnten, um neue Produkte, die wirtschaftliches Potenzial haben, zu produzieren: die chemische Industrie, Papier- und Zellstoffindustrie, Stärke- und Zuckerindustrie und Biokraftstoffindustrie.

Die Wissenschaftler verwendeten ein Modell zur Biomasseversorgung, um vier verschiedene Szenarien für die zukünftige Entwicklung von Bioraffinerien zu untersuchen. Die wichtigsten Schlussfolgerungen waren, dass die EU über ausreichend Biomasse verfügt, um Anforderungen in Bezug auf erneuerbare Energien und die Klimapolitik zu erfüllen, dass Nachhaltigkeitstechnologien der zweiten Generation beträchtliche Mengen an wertvollen, nicht energetischen Nebenprodukten erzeugen können sowie dass eine groß angelegte Implementierung von Bioraffinerie-Konzepten sowohl Kosten als auch Preise senken würde.

Unter den politischen Empfehlungen der Wissenschaftler fanden sich die Anwendung von Umweltzeichen für biobasierte Produkte, deren umwelttechnische Vorteile sie den Konsumenten erläuterten, ein Verursacherprinzip, demzufolge Unternehmen, die Produkte auf Erdölbasis bevorzugen bei der Finanzierung von Bioraffinerien beitragen sowie politische Initiativen, die nicht nur Lebensmittel- und Energieprodukte berücksichtigen, sondern auch Fasern, Biochemikalien und Biomaterialien.

Zusammenfassend unternahm das Biopol-Projekt eine umfassende Analyse des derzeitigen Zustands von Bioraffinerien und zukünftiger Szenarien zur Bioraffinerieentwicklung und entwickelte wertvolle Empfehlungen in Bezug zukünftige Forschung und Politik in diesem Bereich. Die Implementierung der Ergebnisse sollte positive Auswirkungen auf Europas Wettbewerbsfähigkeit, das Bewusstsein der Konsumenten und die globale Umwelt haben.

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