Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

FP6

SCINTAX — Ergebnis in Kürze

Project ID: 33427
Gefördert unter: FP6-NMP
Land: Deutschland

Szintillatoren - der Teufel steckt im Detail

Röntgendetektorsysteme wurden seit der Entdeckung der Röntgenstrahlung vor mehr als 100 Jahren enorm weiterentwickelt. EU-finanzierte Forscher erzielten weitere Fortschritte bei der zerstörungsfreien Materialprüfung, die wichtige Informationen über dreidimensionale Objekte liefert.
Szintillatoren - der Teufel steckt im Detail
Der deutsche Forscher Wilhelm Röntgen hatte die Röntgenstrahlung entdeckt und erstmals dokumentiert, nachdem es ihm gelungen war, seine Hand- und Armknochen auf Röntgenbildern im Detail darzustellen.

Röntgenstrahlung wird von unterschiedlichen Materialien unterschiedlich absorbiert: besitzt das jeweilige Material eine hohe Absorptionsrate, erscheint die Abbildung auf dem Röntgenfilm dunkler bzw. verschattet, was bedeutet, dass weniger Röntgenstrahlen auf dem Film auftreffen (detektiert werden).

Obwohl die Röntgenmethode seit langem eingesetzt wird, forscht man weiter an der Erhöhung der Auflösung, insbesondere im Zusammenhang mit Szintillatoren, die sichtbares Licht emittieren (Lumineszenz), wenn sie, wie in diesem Falle, Röntgenstrahlen absorbieren, sowie Szintillatordetektoren, die das Signal für die Auswertung verstärken.

Ziel des Projekts SCINTAX (Novel ceramic thin film based scintillator for high resolution X-ray imaging) war daher die Entwicklung neuer szintillierender Filme für neue Röntgendetektoren, die sich für wissenschaftliche und industrielle Zwecke eignen.

Die Forscher konzentrierten sich dabei auf epitaktisch gewachsene, Lu2SiO5-dotierte Szintillatoren (LSO, Lutetium-Orthosilikat), die sich vor allem für die indirekte Röntgendetektion mittels Lumineszenzdetektor eignen. Ergebnis der Versuche sind standardisierte Charakterisierungsmethoden für digitale Detektorsysteme, und es wurde ein Patent angemeldet.

Die von SCINTAX entwickelten Detektorsysteme verbessern durch ihre hohe räumliche Auflösung die Sicherheit zerstörungsfreier Materialprüfungen. Eine höhere Auflösung, die zwar energieintensiver ist, aber auch die Expositionszeit verkürzt, eröffnet Wege für breitere Anwendungen in Medizin und Biologie. Durch Kommerzialisierung könnte die Sicherheit einer Vielzahl von Produkten verbessert werden, an denen zerstörungsfreie Materialprüfungen durchgeführt werden. Zudem lässt sich die neue Technologie zur Früherkennung von Krankheiten einsetzen, was wiederum die Heilungschancen von Patienten verbessert. Von diesen Neuerungen werden neben der europäischen Industrie vor allem auch die Bürger Europas profitieren.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Materials Technology
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben