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FP6

IDEMA — Ergebnis in Kürze

Project ID: 502171
Gefördert unter: FP6-POLICIES
Land: Schweden

Die Reformen der Agrarpolitik wirken sich auf die Landwirtschaft aus

Politikreformen wirken sich auf verschiedene Weise auf die jeweiligen Industriezweige aus. Ein Forscherteam analysierte diese Auswirkungen auf die Landwirtschaft und den Landbau im Besonderen.
Die Reformen der Agrarpolitik wirken sich auf die Landwirtschaft aus
Es wurde ein EU-finanziertes Projekt "The impact of decoupling and modulation in the enlarged Union: a sectoral and farm level assessment" (IDEMA) gegründet, das das Ziel verfolgte, Methoden und Mittel für eine umfangreiche sozioökonomische Bewertung der Auswirkungen von Entkopplung und Modulierung auf die europäische Landwirtschaft zu entwickeln. Der Projektansatz wurde nach Beginn leicht abgeändert aufgrund der nachfolgenden Einführung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) von 2003.

Die Reform der GAP brachte radikale politische Änderungen für EU-Agrarsubventionen mit sich. Es wurden Direktzahlungen über eine Betriebsprämienregelung (SFP, Single Farm Payment) pro Hektar Land entkoppelt. Diese war von jeglichen Entscheidungen des Landwirts über die Produktion unabhängig und zielte darauf, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft zu steigern und sie marktorientierter zu gestalten.

Das Projekt IDEMA analysierte die Auswirkungen der Entkopplung der EU-Agrarunterstützung sowie der GAP-Reform von 2003 und der extremeren Variante der Kreditbürgschaften. Diese verbinden Zahlungen und Landfläche nicht miteinander. Die Studienergebnisse zeigten, dass die Auswirkungen der GAP-Reform von 2003 moderat ausfielen und keine deutlichen Hinweise zeigten, dass Landwirte eine strategische Entscheidung drastischen änderten, um außerbetriebliche Arbeit zu sichern. Die Ergebnisse des IDEMA-Modells zeigten in der Tat einen langsameren Strukturwandel, da Direktzahlungen entkoppelt wurden. Für neue Mitgliedstaaten führten GAP-Zahlungen in der Tat zu einem schärferen Wettbewerb um Land und zu einer größeren Bereitschaft, die Landwirtschaft weiterhin zu betreiben.

Die größten Auswirkungen der Entkopplung wurden im Rinder- und Schafbereich beobachtet, wo die Marktpreise aufgrund einer geringeren Versorgung mit Getreide, Ölsamen, Rind- und Lammfleisch leicht anstiegen. Diese Entwicklung federte die Auswirkungen der Entkopplung auf die Produktion ab.

Auf Basis der Projektergebnisse zogen IDEMA-Partner Schlussfolgerungen, dass eine Verbindung zwischen Zahlungen und Landfläche für eine Entkopplungspolitik wichtig ist, die, wie aufgezeigt wurde, eine moderate Auswirkung auf die Produktion hat. Vergleiche mit Kreditbürgschaften der entkoppelten Zahlung zeigten eine größeren strukturellen Wandel und längere Brachphasen für Land, aber eher eine gesteigerte Rentabilität des landwirtschaftlichen Betriebs als eine sinkende.

Alles in Allem zeigen die IDEMA-Ergebnisse, dass die GAP-Reform von 2003 ihre Ziele einer stärken Ausrichtung auf den Markt und höherer Einkünfte für den Betrieb erreicht hat. Jedoch werden auch Argumente unterstützt, die ein Verfehlen des Reformziels, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, anmerken. Dies resultiert aus kleineren landwirtschaftlichen Betrieben, höheren Preisen für Land und einem langsameren Strukturwandel. Die ersten beiden sind auf die GAP-Reform von 2003 zurückzuführen.

Initiativen wie das IDEMA-Projekt bieten wertvolle Mittel angesichts laufender Politikreformen, die viele Agrarbranchen und deren Erwerbstätige betreffen.

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