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FP6

HEVAR — Ergebnis in Kürze

Project ID: 32209
Gefördert unter: FP6-INCO
Land: Frankreich

Neue Impfstoffe gegen das Rotavirus

Für ein besseres Verständnis der Immunbiologie von Rotavirusinfektionen und für die Entwicklung neuer Impfstoffe nutzten europäische und südamerikanische Wissenschaftler Vektoren auf Basis von Herpes-Simplex-Virus 1 (HSV-1), um Rotavirus-Antigene zu exprimieren.
Neue Impfstoffe gegen das Rotavirus
Rotavirusinfektionen sind die am meisten verbreitete und häufigste Ursache für starke Diarrhö mit Dehydrierung bei kleinen Kindern in Entwicklungsländern. Die Entwicklung neuer Impfstoffe ist ein Dauerthema, um diese Infektionen effektiv zu vermeiden und deren Verbreitung anzugehen.

Ein europäisches Konsortium ging die Rotavirus-Impfung von einer anderen Perspektive aus an. Das Projekt "Herpesvirus-based vaccines against rotavirus infections" (HEVAR) zielte darauf, innovative genetische Anti-Rotavirus-Impfstoffe auf der Basis von HSV-1-Vektoren zu entwickeln und zu evaluieren. Dazu testeten Projektpartner eine große Bandbreite von Vektoren auf Basis von HSV-1 und DNA, die Rotavirus-Antigene bei Mäusen, Affen und Menschen exprimieren.

Das Projekt HEVAR war eine Anstrengung, bei der vier europäische und vier südamerikanische Gruppen zusammenarbeiteten. Die europäischen Partner stellten den Wissens- und Technologietransfer bezüglich Gentransfer-Vektoren auf HSV-1-Basis nach Südamerika sicher. Es wurde eine lokale Plattform für die Produktion von HSV-1-Vektoren in Südamerika mit entsprechender Personalschulung eingerichtet. Im Gegenzug erfuhren die europäischen Teams einiges über die Biologie des Rotavirus und andere endemische Viren mit hohem sozialen Preis in Südamerika.

Die Konsortiumsmitglieder klonten versuchsweise die Gene der vier Strukturproteine (VP2, VP4, VP6 und VP7) und eines Nichtstrukturproteins (NSP4) aus vier verschiedenen Rotavirus-Stämmen in Vektoren auf HSV-1-Basis. Die Expressionsprofile dieser Vektoren und die Eigenschaften der exprimierten Rotavirus-Proteine wurden in infizierten Zellen charakterisiert.

Eine nachfolgende Bewertung der Vektoren in Tiermodellen zeigte, dass sie signifikante Antikörper und zellspezifische Antworten hervorrufen könnten. Es wurde eine Reihe von Experimenten durchgeführt, um die relative Effizienz verschiedener Wege der Immunisierung miteinander zu vergleichen und um die Art der humoralen Reaktionen zu charakterisieren. Einige der gebildeten Antikörper zeigten eine neutralisierende Wirkung und es wurde auch ein signifikantes Schutzmaß gegenüber Belastungen mit Lebendviren beobachtet, insbesondere wenn Kombinationen von Rotavirus-Proteinen exprimiert werden.

Die Ergebnisse des Projekts HEVAR zeigen deutlich, dass Impfstoffe mit Vektoren auf HSV-1-Basis, die gegen Rotaviren immunisieren sollen, realisierbar sind. Es bleibt noch festzustellen, wie dieser Immunisierungsansatz mit bestehenden Impfstoffen verglichen werden kann.

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