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FP6

RASPED — Ergebnis in Kürze

Project ID: 513134
Gefördert unter: FP6-SME

Raspelartiges Gerät zur Verringerung chirurgischer Frakturen

Die Hüftprothesenimplantation bzw. Hüftoperation, wie sie gemeinhin bezeichnet wird, wird inzwischen sehr häufig durchgeführt. EU-finanzierte Wissenschaftler unternahmen wichtige Schritte zur Reduzierung chirurgischer Frakturen und postoperativer Komplikationen, welche die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen und gleichzeitig die Gesundheitsausgaben senken können.
Raspelartiges Gerät zur Verringerung chirurgischer Frakturen
Bei der Hüftoperation wird das obere Ende des Oberschenkelknochens (Femur) geöffnet und eine sogenannte Hüftprothese (künstliche Metall- oder Keramikkomponente) in die hohle Mitte des Femur eingesetzt, die zusammen mit dem Becken das neue Hüftgelenk bildet.

Bei diesem Prozess erfolgt die Öffnung des Femur derzeit mit einem chirurgischen Hammer, was in 17 % der Fälle zu intraoperativen Femurfrakturen und zahlreichen Komplikationen während und nach der Operation führt.

Das Ziel europäischer Forscher, die vom Projekt "Reverberating abrasive single use piezo electric driven device" (Rasped) unterstützt wurden, war die Entwicklung eines neuartigen Geräts (auf Basis einer Raspel), um damit Knochengewebe schneiden und entfernen zu können, wodurch die Belastung auf den Femur während der Operation und dadurch die Anzahl von Femurfrakturen gesenkt werden kann.

Die Wissenschaftler beurteilten optimale Schneidebewegungen und -winkel sowie 3 verschiedene Arten von Schneidezahngeometrien, was zur Entwicklung von 10 Raspelmodellen führte. Weitere Versuche an 3 der 10 Raspelmodellen führte zu einer Optimierung des Antriebseinheitdesigns.

Auf der oben genannten Grundlage wurden zwei Konfigurationen für das piezobetriebene Handheld-Gerät entwickelt, hergestellt und getestet. Weitere Experimente sollten zu einer verbesserten Krafterzeugung des Geräts und zur Erzeugung ausreichenden Schneidedrucks führen.

Eine mögliche Kommerzialisierung der Ergebnisse des Rasped-Projekts könnte die Häufigkeit intraoperativer Frakturen und postoperativer Komplikationen bei einem Großteil der Patienten, die sich einer Hüftoperation unterziehen, senken. Außerdem würden sich daraus Kostensenkungen für das europäische Gesundheitssystem sowie eine höhere Lebensqualität für viele Menschen ergeben. Darüber hinaus könnten die verschiedenen entwickelten Technologien auch in anderen chirurgischen Prozessen und auch in der Dental- und Bergbauindustrie angewendet werden.

Rasped hat bedeutende Beiträge zu Raspeltechnologien bei sanften Schnitten und beim Entfernen von Material geleistet, die weitreichende Auswirkungen auf zahlreiche Branchen und die europäische Wirtschaft haben könnten.

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