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FP6

VITAL — Ergebnis in Kürze

Project ID: 37874
Gefördert unter: FP6-LIFESCIHEALTH
Land: Italien

Projekt VITAL untersucht molekulare Idiotypen als Basis für Krebsimpfstoffe

Europäische Forscher untersuchten molekular identische oder ähnliche Eigenschaften von Id-Proteinen in Idiotypen auf der Suche nach neuen Impfstoffen gegen das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL).
Projekt VITAL untersucht molekulare Idiotypen als Basis für Krebsimpfstoffe
NHL ist die achthäufigste Ursache für Krebsneuerkrankungen. Nach dem europäischen Krebsregister nimmt die NHL-Inzidenz dramatisch zu. Weiterhin ist NHL von klinischer Bedeutung bei HIV-positiven Patienten: dort ist NHL eine der häufigsten Todesursachen.

Man geht in der Forschung davon aus, dass das B-Zell-Lymphom, das zu den aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen gehört und für 80–90% aller Fälle verantwortlich zeichnet, zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen diese heterogene Gruppe von Tumorerkrankungen herangezogen werden könnte. Ein Hauptmerkmal dieser Tumorerkrankungen ist die Lymphoproliferation, d.h. es werden im Überschuss Lymphozyten produziert.

Das EU-finanzierte Projekt VITAL machte sich die molekularen Eigenschaften so genannter Id-Proteine (Produkte der Id-Genfamilie) bei bestimmten B-Zell-Lymphomen und Leukämien zunutze. Hauptziel war die Entwicklung rekombinanter Id-Proteine für die Impfstoffentwicklung.

VITAL identifizierte eine Reihe von Unterarten der Erkrankung, die auf einer Störung der Lymphoproliferation von B-Zellen beruhen und durch molekular ähnliche Id-Proteine charakterisiert werden. Vorgefertigte Id-Vakzine für präventive und therapeutische Strategien würden sich dann gegen diese Idiotypen richten. Die auf dieser Basis von VITAL entwickelten Vakzine weisen eine hohe Selektivität für Tumorzellen auf, werden gut toleriert und sind vergleichsweise kostengünstig.

VITAL entwickelte auch ein neues Adjuvans - eine Hyaluronsäure - die die immunisierende Wirkung verstärkt. Weiterhin wurden neue Transportsysteme (Vaccibodies) identifiziert, die die gegen Antigene gerichtete Aktivität antigenpräsentierender Zellen verbessern.

VITAL demonstrierte, dass es möglich ist, die individualisierte Produktion von Id-Vakzinen kostengünstiger und einfacher zu machen. Damit eröffnen sich auch neue Wege in der Immundiagnostik und Therapie von Krebserkrankungen, was vor allem für europäische KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) interessant sein dürfte.

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