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FP6

PIBF — Ergebnis in Kürze

Project ID: 508141
Gefördert unter: FP6-SME
Land: Ungarn

Diagnose von Krebserkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen

Aufbauend auf einer früheren Studie zum Progesteron-induzierten Blockierfaktor (PIBF) entwickelten europäische Forscher einen diagnostischen Test zur Erkennung von Schwangerschaftskomplikationen und Krebserkrankungen.
Diagnose von Krebserkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen
PIBF ist ein natürliches Protein, das für den normalen Ablauf einer Schwangerschaft sorgt. PIBF-Konzentrationen sind in Urin und Blut von Schwangeren erhöht und fallen nach der Entbindung rapide ab.

Bekannt war bereits, dass ein Zusammenhang zwischen deutlich erniedrigter PIBF-Konzentration und Schwangerschaftskomplikationen existiert. Auch blockiert PIBF die Autoimmunantwort, die normalerweise schnell wachsendes (wie etwa fötales) Gewebe abtötet.

Erstaunlicherweise wurden auch in Tumorzellen hohe PIBF-Konzentrationen nachgewiesen, was PIBF als wichtigen Marker für Tumorzellen prädestiniert. Das EU-finanzierte Projekt PIBF arbeitete an der Entwicklung eines neuen Schnelltests, um neben malignen Tumoren auch Fehlgeburtsrisiken schneller diagnostizieren und Tumortherapien besser überwachen zu können.

Die Projektforscher entwickelten und validierten einen ELISA-Test (enzyme linked immuno sorbent assay) zur Messung der PIBF-Konzentration in Körperflüssigkeiten. Trotz relativ niedriger Sensitivität und Spezifität des Assays aufgrund der biologischen Diversität des getesteten Proteins war die Reproduzierbarkeit allerdings ausgezeichnet, sodass er sich für laborübergreifende Tests eignet.

Generiert wurden zudem GMP-konforme Reagenzien, damit der Test in klinischer Umgebung durchgeführt werden kann. Untersuchungen klinischer Proben bestätigten eine mögliche Beteiligung von PIBF bei bestimmten Schwangerschaftspathologien und eine erhöhte PIBF-Expression bei bestimmten Krebsarten.

Vergleichbar mit anderen marktgängigen Tumormarkertests reicht auch die Spezifität und Sensitivität von PIBF ELISA für eine eindeutige Diagnose nicht aus. Trotzdem gehen die Projektforscher davon aus, dass in Kombination mit anderen diagnostischen Tests die diagnostischen Standards für pathologische Schwangerschaften und maligne Tumoren deutlich verbessert werden können.

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