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FP6

PCVD — Ergebnis in Kürze

Project ID: 513928
Gefördert unter: FP6-FOOD

Krankheiten bei Schweinen eindämmen

Erkrankungen durch das porzine Circovirus (PCV) haben in der EU verheerende Folgen für das Wohlergehen von Schweinen und die Schweinefleischindustrie gehabt. Um die Industrie vor großen finanziellen Verlusten zu schützen, untersuchte ein europäisches Konsortium die Pathologie von PCV-Krankheiten und schlug Maßnahmen für Krankheitsprävention und -management vor.
Krankheiten bei Schweinen eindämmen
PCV-Krankheiten greifen das Immunsystem von Schweinen an, was zu einem langsameren Wachstum und zu Immunstörungen führt. Durch letztere kommt es häufiger zu sekundären bakteriellen Infektionen wie beispielsweise durch Salmonellen und andere Zoonoseerreger. Zu den Folgen gehören ein umfassender Einsatz von Antibiotika und ein Rückgang der Fleischqualität.

Um diese Probleme zu überwinden, bemühte sich das EU-finanzierte Konsortium PCVD ("Studies on the epidemiology, early pathogenesis and control of porcine circovirus diseases (PCVDs)") um die Aufklärung der Rolle von PCV2 bei Schweinekrankheiten. Zu Beginn des Projektes gab es nur wenige Informationen zu PCVD, beispielweise, dass es sich bei dem kausalen Erreger um PCV2 handelte und dass andere externe Parameter für den vollen klinischen Verlauf der Krankheit wichtig waren.

Die Projektwissenschaftler entdeckten, dass PCV2 als immunsuppressives virales Agens fungiert und dadurch Lymphgewebeläsionen und progressive Wachstumsverzögerung bei infizierten Schweinen auslöst. Die Ergebnisse ließen darauf schließen, dass das Virus dendritische Zellen befällt und so einem Immunangriff entkommen und sich langfristig festsetzen kann.

Darüber hinaus wurden genetische Studien zur Wirtsanfälligkeit für Krankheiten durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass nur Schweine, die weniger als drei bis vier Wochen alt waren, die schwere klinische Form der PCV-Erkrankung aufwiesen. Aufbauend auf all diesen Informationen wurden Kontrollmaßnahmen für PCV-Krankheiten entwickelt, um den Einsatz von Antibiotika sowie sekundäre bakterielle Zoonoseinfektionen einzudämmen.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse und Kontrollmaßnahmen gegen PCV-Krankheiten wurden proaktiv an Interessengruppen verbreitet und der europäische Landwirtschaftsverband COPA-COGECA begrüßte in dem Projekt vorgeschlagen Kontrollmaßnahmen. Die Umsetzung der Projektergebnisse soll Produzenten dabei helfen, den Bedenken der Verbraucher hinsichtlich Qualität und Sicherheit von Schweinefleisch entgegenzutreten.

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