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FP6

INNOCHEM — Ergebnis in Kürze

Project ID: 518167
Gefördert unter: FP6-LIFESCIHEALTH
Land: Italien

Chemokinen-Therapie gegen Autoimmunerkrankungen

Führende europäische Immunologieforscher haben sich im Rahmen des Innochem-Projekts mit Biotech-Unternehmen zusammengetan, um das Wissen über die Rolle von Chemokinen bei Autoimmunerkrankungen zu erweitern. Das Konsortium hofft, mit Angriffen auf das Chemokin-System durch rekombinante und niedermolekulare Moleküle eine Therapie gegen entzündliche Erkrankungen entwickeln zu können.
Chemokinen-Therapie gegen Autoimmunerkrankungen
Ein fehlerhaftes Immunsystem sieht eigene Antigene als fremd an und führt so zu Autoimmun- oder chronisch entzündlichen Erkrankungen. Bei bestehenden Behandlungsstrategien werden Immunsuppressiva eingesetzt, um Immunreaktionen zu verlangsamen oder zu unterdrücken und so die mit der Krankheit einhergehende Entzündung zu stoppen.

Allerdings unterdrücken diese Medikamente auch die Fähigkeit des Immunsystems, Infektionen zu bekämpfen, und führen so zu anderen möglicherweise ernsthaften Nebenwirkungen. Daher setzte sich das EU-finanzierte Projekt Innochem ("Innovative chemokine-based therapeutic strategies for autoimmunity and chronic inflammation") zum Ziel, alternative Therapien zu finden und insbesondere das Chemokin-System als neues therapeutisches Ziel zu erforschen.

Chemokine sind Cytokine, die Chemotaxis induzieren können, also die Fähigkeit von Zellen, sich in Richtung Infektionsstelle oder eines beliebigen zusammengesetzten Gradienten zu bewegen. Sie könnten auch eine homöostatische Rolle spielen und die Migration von Zellen beispielsweise während der Entwicklung steuern. Der Ansatz von Innochem zielte insbesondere auf einen Teil des Chemokin-Systems, der die schädliche Entzündungsreaktionen auslöst.

Mithilfe der Proteomik und durch genetische vorklinische Modelle für Autoimmunerkrankungen sammelte das Innochem-Konsortium wichtige Daten zu Chemokinen und deren Rezeptoren im Zusammenhang mit verschiedenen Autoimmunkrankheiten oder chronisch entzündlichen Erkrankungen. Molekulare Analysen halfen bei der Dissektion der Mechanismen dieser Krankheiten und führten zur Identifizierung wichtiger Moleküle.

Mehrere entgegenwirkende Verbindungen wurden erzeugt, darunter etwa Decoy-Rezeptoren, Agonisten bindende Verbindungen sowie nicht-kompetitive allosterische Inhibitoren für Chemokine oder deren Rezeptoren. Durch die Modellierung der Wechselwirkungen zwischen Agonisten und Antagonisten oder der Inhibitoren mit den Chemokin-Rezeptoren erhielt man wertvolle Informationen für die zukünftige Wirkstoffentwicklung.

Innochems komplementärer Ansatz, das Chemokin-System mit rekombinanten und niedermolekularen Molekülen anzugreifen, soll zu einer verbesserten therapeutischen Strategie gegen Autoimmunität und chronisch entzündliche Erkrankungen beitragen.

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