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FP6

GENEPI-LOWRT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 36452
Gefördert unter: FP6-EURATOM-RADPROT
Land: Belgien

Genetische Veranlagung für erhöhte Strahlensensibilität

Bestrahlung (Radiation therapy, RT) in Kombination mit Chemotherapie und operativer Entfernung ist die Standardtherapie bei Tumorerkrankungen. Europäische Forscher untersuchten, warum es bei manchen Patienten zu einer Überempfindlichkeit gegenüber niedrig dosierter Strahlung kommt, die mitunter noch Jahre nach der Behandlung zu irreversiblen Gewebeschäden führt.
Genetische Veranlagung für erhöhte Strahlensensibilität
Trotz hoher Erfolgsrate bei Krebs reagieren etwa 5% der Patienten extrem empfindlich auf Bestrahlung, wobei die Nebenwirkungen unmittelbar, aber auch erst Jahre später auftreten können. Um diese irreversiblen Spätschäden zu vermeiden, wird nach Möglichkeiten gesucht, die Dosis bei hoher Sensitivität zu begrenzen.

Über die biologischen Ursachen dieser erhöhten Empfindlichkeit von gesundem Gewebe ist noch wenig bekannt. Das EU-finanzierte Projekt GENEPI-LOWRT untersuchte den Zusammenhang zwischen veränderter Genexpression und schwerer posttherapeutischer Toxizität. Interessant war auch, inwieweit genetische Faktoren die individuelle Sensitivität beeinflussen.

Untersucht wurden 108 Gewebeproben von Brustkrebspatientinnen aus der GENEPI-Biobank (Genetic pathways for the prediction of the effects of ionising radiation). Dabei sollte geklärt werden, ob die unterschiedliche Genexpression mit interindividuellen genetischen Unterschieden korreliert.

Die Genexpression war sowohl bei hohen als auch niedrigen Dosen ausgesprochen unterschiedlich. Mit bioinformatischen Methoden wurden mehrere potenzielle Biomarker in Lymphozyten und Hautfibroblasten identifiziert, jedoch wurde kein zuverlässiger Marker für Spätfolgen gefunden.

GENEPI-LOWRT schuf eine tragfähige Grundlage für weitere Forschungen zur erhöhten Strahlenempfindlichkeit. Die erfassten Daten werden auch hilfreich sein, wenn es um Risikoanalysen bei umweltbedingter, diagnostischer und berufsbedingter Strahlenexposition geht.

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