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FP6

HYVOLUTION — Ergebnis in Kürze

Project ID: 19825
Gefördert unter: FP6-SUSTDEV
Land: Niederlande

Bakterien produzieren Wasserstoff aus Gemüse

EU-finanzierte Wissenschaftler haben Bakterien mit Pflanzenresten gefüttert, um bei der Verdauung anfallendes Wasserstoffgas (H2) zu erhalten. Die Nutzung dieser natürlichen Wasserstoffquelle könnte wichtige Implikationen für eine künftige Wasserstoffwirtschaft haben.
Bakterien produzieren Wasserstoff aus Gemüse
Bereits vor über 40 Jahren kam unter dem Begriff "Wasserstoffwirtschaft" das Konzept einer Energiewirtschaft auf Basis von Wasserstoff auf. Zwar erhielt die Idee seit dem viel Beifall und war Gegenstand intensiver Forschungen, trotzdem konnte Wasserstoff die Erwartungen als Alternative für fossile Brennstoffe für die Stromerzeugung noch nicht erfüllen.

Große Probleme bereitet vor allem die Entwicklung effizienter und kostengünstiger Wege zur Herstellung des als Brennstoff benötigten Wasserstoffs. Wasserstoff liegt in seiner natürlichen Form als ein Teil anderer Moleküle vor, beispielsweise in Wasser und Kohlenwasserstoffen (etwa in fossilen Brennstoffen). Um im Rahmen einer Wasserstoffwirtschaft Strom erzeugen zu können, muss man erst bessere Verfahren für die Gewinnung von Wasserstoff finden.

Europäische Wissenschaftler nutzen die natürliche Fähigkeit von Bakterien, die während des Stoffwechsels Wasserstoff erzeugen können. Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts Hyvolution ("Non-thermal production of pure hydrogen from biomass") entwickelten sie einen zweistufigen Gärreaktor, in dem Bakterien mit Biomasse "gefüttert" wurden, um erhebliche Mengen Wasserstoff zu produzieren.

Obwohl beim Hyvolution-Verfahren auch Kohlendioxid (CO2) als Nebenprodukt entsteht, wurde es als kohlenstoffneutral angesehen. Denn da nur das CO2 ausgeschieden wird, dass von den Pflanzen aus der der Atmosphäre aufgenommen wurde, ändert sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre nicht. Im Gegensatz dazu wird bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe CO2 in die Atmosphäre abgegeben, das seit Millionen von Jahren gebunden war und daher den Planeten extrem belastet.

Hyvolution-Technologie könnte auch die Lösung für ein anderes Problem im Zusammenhang mit der Wasserstoffwirtschaft liefern, nämlich für Lagerung und Transport. Wissenschaftler entwickelten den Prototypen einer hocheffizienten Anlage und orientierten sich dabei an kleinen Produktionseinheiten, die in Zukunft vielleicht sogar im Hinterhof betrieben werden könnten. 

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